Rohstoffe

Ölpreise steigen nach Förderkürzungen

Die Ölpreise sind am Dienstag angestiegen. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Sorte West Texas legten deutlich zu. Hierzu trugen Nachrichten aus Aserbaidschan und Libyen bei.
Update: 28.03.2017 - 14:41 Uhr Kommentieren
Trotz deutlicher Produktionskürzungen durch das Ölkartell Opec und anderer großer Produzenten liegen die amerikanischen Rohölvorräte auf Rekordniveau. Quelle: dpa
Ölfeld im Irak

Trotz deutlicher Produktionskürzungen durch das Ölkartell Opec und anderer großer Produzenten liegen die amerikanischen Rohölvorräte auf Rekordniveau.

(Foto: dpa)

SingapurDie Ölpreise sind am Dienstag gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete am Nachmittag 51,33 US-Dollar, ein Plus von 1,14 Prozent. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,01 Prozent auf 48,20 Dollar.

Zum Preisanstieg trug eine Äußerung des aserbaidschanischen Energieministeriums bei. Dieses erklärte sich am Dienstag zu stärkeren Produktionskürzungen bereit. Bedingung: die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) solle ihre Vereinbarung, die Fördermengen zu senken, auf die zweite Jahreshälfte 2017 ausdehnen.

Aserbaidschan hatte sich im Dezember bereiterklärt, die Förderung um 35.000 Barrel pro Tag zu drosseln. Dieses Ziel hat das Land laut Angaben des Energieministeriums übertroffen: Demnach ging die Förderung im Februar um 52.700 Barrel pro Tag zurück, im März lag die Kürzung sogar bei 776.400 Barrel pro Tag.

Die zehn ölhungrigsten Länder der Welt
Platz 10: Kanada
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Auf dem letzten Platz der weltweit zehn größten Ölnachfrager liegt Kanada mit 2,4 Millionen Barrel Öl pro Tag in 2016. In den folgenden Jahren wird mit einer sinkenden Nachfrage gerechnet. Für 2022 liegt diese nur noch bei 2,3 Millionen Barrel Öl pro Tag.

Quelle: „Oil 2017“-Bericht der Internationalen Energie-Agentur.

Platz 9: Südkorea
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Südkorea fragte im Jahr 2016 2,6 Millionen Barrel Öl pro Tag nach. Damit landet das Land auf Platz 9 der weltweit größten Ölnachfrager. In den Folgejahren steigt die Nachfrage laut der Voraussage der Internationalen Energie-Agentur auf 2,7 Millionen Barrel Öl.

Platz 8: Saudi-Arabien
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Saudi-Arabien, das selbst große Mengen des Schwarzen Goldes fördert, liegt mit 3,2 Millionen Barrel Öl pro Tag auf dem achten Platz der weltweiten Ölnachfrager. Das könnte sich in Zukunft ändern, denn bis 2022 wird die Nachfrage auf 3,4 Millionen Barrel geschätzt.

Platz 7: Brasilien
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Brasilien liegt mit einer Erdölnachfrage von 3,1 Millionen Barrel pro Tag auf dem siebten Platz. Doch auch hier ist mit einer höheren Nachfrage in den Folgejahren zu rechnen: 2022 liegt die geschätzte Nachfrage schon bei 3,3 Millionen Barrel Öl.

Platz 6: Russland
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Russland liegt im Jahr 2016 noch auf Platz 6 der größten Erdölnachfrager mit durchschnittlich 3,6 Millionen Barrel Öl pro Tag. 2017 erhöht sich die Nachfrage, sodass Russland mit durchschnittlich 3,7 Millionen Barrel Erdöl pro Tag den sechsten Platz verteidigt.

Platz 5: Indien
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Indien fragt in den nächsten Jahren immer mehr Öl nach. 2016 liegt die Nachfrage noch bei 4,3 Millionen Barrel Öl pro Tag, 2017 werden schon 4,5 Millionen Barrel nachgefragt und 2022 noch mal mehr – 5,9 Millionen Barrel.

Platz 4: Japan
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Bei einer Nachfrage von 4,0 Millionen Barrel Öl pro Tag liegt Japan auf dem vierten Platz. Die Nachfrage sinkt im Jahr 2017 voraussichtlich auf 3,9 Millionen Barrel und bis 2022 auf 3,6 Millionen Barrrel Öl pro Tag.

Und noch eine weitere Nachricht spricht für eine Verknappung der Ölförderung und könnte auch weiterhin steigende Preise zur Folge haben. Wie am Dienstag bekannt wurde, soll das größte Ölfeld Libyens, Sharara, seine Förderung eingestellt haben. Das Land mit den größten Ölreserven Afrikas exportiert infolgedessen 20 Prozent weniger Öl. Aktuell förder das Opec-Mitglied 560.000 Barrel pro Tag, nach zuletzt 700.000 Barrel. Die Gründe für den Förderabfall sind noch unklar.

Anfang des Monats hatten Kämpfe zwischen rivalisierenden Gruppen die Schließung von zwei der größten Ölhafen-Terminals Libyens erzwungen. Vor dem Beginn des Volksaufstands gegen den Diktator Muammar al-Gaddafi und dem folgenden Libyschen Bürgerkrieg 2011 hatte das Land noch 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag gefördert.

Dämpfend auf den weiteren Ölpreisanstieg könnte jedoch die Förderung in Nordamerika wirken: Trotz deutlicher Produktionskürzungen durch das Ölkartell Opec und anderer großer Produzenten liegen die amerikanischen Rohölvorräte auf Rekordniveau. Ein Grund dafür ist die wieder steigende US-Förderung, die der Opec seit längerem große Konkurrenz macht.

  • rtr
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