Rohstoffe: Ölrally unterbrochen - Anleger machen Kasse

Rohstoffe
Ölrally unterbrochen - Anleger machen Kasse

Experten gehen auch weiterhin von sehr hohen Ölpreisen aus. Sinkende Vorräte in London treiben zudem die Preise für Kupfer in die Höhe. Gold ist als Absicherung gegen den schwächeren Dollar gefragt.
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FrankfurtAngesichts der Ölpreisrally seit Ende Januar haben Investoren am Dienstag ihre Gewinne mitgenommen. Das Barrel Brent verbilligte sich um knapp einen Dollar auf etwas über 119 Dollar. Zu Wochenbeginn war der Preis auf ein Acht-Monats-Hoch von über 121 Dollar gestiegen.

Allein seit der letzten Januar-Woche hat der Ölpreis um knapp zehn Prozent zugelegt; hauptsächlich getrieben von den Spannungen zwischen dem Westen und dem zweitgrößten Opec-Ölproduzenten Iran um dessen Atomprogramm. Das teure Öl treibt inzwischen auch die Benzinpreise in Europa spürbar. Experten gehen davon aus, dass Öl zunächst teuer bleiben wird, da wegen der beschlossenen Sanktionen inzwischen wesentlich weniger Öl aus dem Iran importiert wird.

Die Einfuhrländer müssen ihren Bedarf nun anderweitig decken. „Da Frankreich und Großbritannien so gut wie kein Rohöl aus dem Iran bezogen, hat der gestern verkündete Lieferstopp keine nennenswerten Auswirkungen für den Iran selbst“, hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. „Allerdings reicht er aus, dass die Ölpreise weiter steigen, was die eigentliche Absicht des Iran sein dürfte. Denn damit werden alle EU-Länder für ihren Boykottbeschluss „bestraft'.“ Im Gegensatz zu Brent zog amerikanisches WTI-Öl am Dienstag um 1,30 Dollar auf 104,54 Dollar je Barrel an.

Analysten begründeten das starke Plus mit zwei Sonderfällen, die zu einem gewissen „Eigenleben“ des WTI-Preises führten: Zum einen sei mit der Marke von 103 Dollar ein wichtiger technischer Widerstand genommen worden, der immer noch Anschlusskäufe nach sich ziehe, erläuterte LBBW-Analyst Frank Schallenberger. Zudem stehe am Mittwoch ein Kontraktwechsel bevor, was traditionell mit höheren Ausschlägen einhergehe.

Da der Rohstoff Öl schwer handelbar ist, kaufen institutionelle Anleger entsprechende Futureskontrakte. Diese haben einen Fälligkeitstermin. Wenn der eintritt, müssen Anleger ihre alten Positionen auflösen und in einen Kontrakt mit späterer Fälligkeit investieren - also den Kontrakt wechseln.
Preise für Kupfer und Gold ziehen an

Die Preise für Industriemetalle zogen an. Händler sprachen von einer gewissen Konjunkturzuversicht nach der Einigung auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland. Kupfer verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 8335 Dollar je Tonne. Rückenwind bekam der Kupferpreis nach Aussagen von Händlern wegen der schrumpfenden Lagerbestände in London. Zuletzt sind diese um 450 Tonnen auf 305.425 Tonnen gesunken, das ist der niedrigste Stand seit September 2009.

Aluminium verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 2210 Dollar je Tonne, Zink kostete 2022 Dollar je Tonne und damit zwei Prozent mehr als im späten Vortagesgeschäft. Am Goldmarkt setzte das Edelmetall seinen jüngsten Anstieg fort, was Händler mit dem schwächeren Dollar begründeten. Die US-Währung hat seit Mittwoch vergangener Woche 1,7 Prozent zum Euro verloren - hauptsächlich wegen der zunehmenden Hoffnung auf eine Lösung des griechischen Schuldenproblems.

Gegen einen fallenden Dollar sichern sich Investoren gern mit dem als „sicherer Hafen“ geltenden Gold ab, und dieser Strategie folgten sie auch am Dienstag. Die Feinunze des Edelmetalls zog um 0,5 Prozent bis auf 1742 Dollar an. Das Plus seit Jahresbeginn liegt bei mehr als zehn Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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