Rohstoffe
Opec lässt Ölfördermenge unverändert

Die Rohöllager sind voll. Das belastet den Ölpreis. Dennoch hat sich die Opec nicht zu einer Kürzung der Ölfördermenge durchringen können.
  • 1

Der Ölpreis hat am Freitag unter Druck gestanden. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat ihre Förderquote bei der Tagung in Wien wie erwartet unverändert gelassen. Damit wird das Erdölkartell auch weiterhin 30 Millionen Barrel am Tag produzieren. Das entspricht etwa einem Drittel des weltweiten Tagesverbrauchs an Rohöl. Die Entscheidung ließ den Ölpreis sinken.

Das aus zwölf Staaten bestehende Kartell befand, dass die relativ stabilen Ölpreise in diesem Jahr darauf zurückzuführen seien, dass der Markt ausreichend beliefert werde. Kurzfristige Veränderungen führte die Opec auf „geopolitische Spannungen“ zurück.

„Ich denke, dass es eine sehr gute Situation sowohl aus Sicht der Nachfrage als auch des Angebots gibt“, sagte Katars Ölminister Mohammed Al-Sada. Analysten schätzen, dass die tatsächliche Produktion des Kartells mit 30,4 Millionen Barrel pro Tag über dem eigentlichen Limit liegt.

Die Opec machte aber auch klar, dass ein Risiko bestehe, dass die Ölnachfrage sinke Die Gruppe nannte in diesem Zusammenhang „das langsame globale Wirtschaftswachstum, die anhaltende Schuldenkrise der Euro-Zone, hohe Arbeitslosigkeit in Industrieländern und das Inflationsrisiko in Entwicklungsländern“.

Für Belastung sorgte auch, dass die Rohöllager in den USA auf den höchsten Stand seit mehr als 80 Jahren gestiegen waren. Die Lagerbestände kletterten in der vergangenen Woche um drei Millionen Barrel auf 397,6 Millionen Barrel, das höchste Niveau seit mindestens 1931, zeigten Daten der US-Energiebehörde vom Donnerstag. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet.

Neben der Finanzkrise spürt die Opec auch wegen des wachsenden Angebots von Schieferöl aus den USA Druck. Opec-Generalsekretär Abdalla Salem El-Badri äußerte sich zurückhaltend dazu: „Wir müssen jetzt Informationen sammeln, wie nachhaltig diese Produktion ist.“

Mit der umstrittenen Methode des hydraulischen Aufbrechens von tiefen Gesteinsschichten, bekannt als Fracking, haben die USA einen neuen Ölboom eingeleitet. Die Importe sinken, das Land ist auf dem Weg zum Selbstversorger.

Umstritten ist, welche Auswirkung die Gewinnung von Schieferöl auf die Umwelt hat. Kuwaits Opec-Repräsentantin, Siham Abdulrazzak Razzouqi, erwartet, dass die Auswirkungen des Schieferöls erst langfristig spürbar werden: „Bis auf weiteres sehen wir dadurch keinen großen Druck auf die Preise.“

Die nächste Beratung über die Fördermenge ist für den 4. Dezember 2013 geplant. Dort soll auch eine Entscheidung über den Chef-Posten fallen. El-Badris Mandat wurde Ende vergangenen Jahres nach zwei Amtszeiten noch einmal um ein Jahr verlängert. Die Staaten verhandeln nun über die Kriterien, die der Nachfolger erfüllen muss.

Seite 1:

Opec lässt Ölfördermenge unverändert

Seite 2:

Ölpreis gibt deutlich nach

Kommentare zu " Rohstoffe: Opec lässt Ölfördermenge unverändert"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Und, wer hat hier was anderes erwartet. Die Weltwirtschaft ist fragil. Die westlichen Staaten inkl. USA pleite. Die Asiaten abhänig vom Schuldenkonsum in USA/Europa. Der Oelpreis, ein eminenter Inflationstreiber(normalerweise) wird manipuliert und tief gehalten. Inflation und einhergehende Leitzinserhöhungen würden die Blase in Europa und USA gar zu schnell zum platzen bringen. Aber es wird zwangsläufig kommen, denn nichts reduziert die Geldmenge schneller als ein grosser Börsencrash. Die meisten US Präsidenten bekommen das hin.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%