Rohstoffe
Regen entspannt den Weizen-Markt

Es regnet in Deutschland und Frankreich - die Angst vor einer schlechten Ernte nimmt ab und die Weizen-Preise fallen. Edelmetalle bleiben aber weiter im Fokus.
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FrankfurtLang ersehnte Niederschläge in deutschen und französischen Anbaugebieten haben am Freitag für fallende Weizen-Preise gesorgt. Der November-Kontrakt für EU-Weizen verbilligte sich um bis zu zwei Prozent auf 247,75 Euro je Tonne, nachdem er zuvor auf ein Drei-Monats-Hoch von 254,50 Euro gestiegen war. Die Niederschläge dämpften die Furcht vor Ernte-Einbußen, sagte ein Börsianer. „Aber es ist immer noch unklar, ob der Regen ausreicht.“ Daher seien keine größeren Kursrückschläge zu erwarten. Der in London gehandelte Future gab seine Anfangsgewinne ebenfalls ab und verlor 0,9 Prozent auf 196,75 Pfund Sterling je Tonne.

Rohstoff-Stratege Luke Mathews von der Commonwealth Bank of Australia betonte, dass die Ertragsaussichten in den USA weiter schlecht seien. „Die Aussaat von Frühjahrsweizen verzögert sich wegen des schlechten Wetters und die von Mais kommt ebenfalls nur langsam voran.“ Im Sog der fallenden europäischen Preise verbilligte sich US-Weizen um 0,4 Prozent auf 8,115 Dollar je Scheffel. Mais hielt sich knapp im Plus bei 7,4625 Dollar.

Wegen der anhaltenden Diskussion um eine Umschuldung Griechenlands steuerten Anleger erneut den „sicheren Hafen“ Edelmetalle an. Gold verteuerte sich um ein Prozent auf 1533,51 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). In Euro gerechnet hielt sich das Edelmetall mit 1076,83 Euro in Reichweite seines Rekordhochs von 1088,11 Euro. Silber verteuerte sich sogar um bis zu 2,6 Prozent auf 38,19 Dollar je Feinunze.

Rohöl und Industriemetalle profitierten unterdessen von der aktuellen Schwäche des Dollar. Eine Abwertung der US-Währung verbilligt die Rohstoffe für Investoren außerhalb der USA. Ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte WTI kostete mit 100,82 Dollar 0,6 Prozent mehr als am Donnerstag. Brent verteuerte sich um 0,1 Prozent auf 115,25 Dollar. Kupfer notierte mit 9218 Dollar je Tonne 2,2 Prozent über dem Niveau des Vortages. Bei Öl komme hinzu, dass viele Investoren, die auf weiter fallende Kurse gesetzt hätten, ihre Positionen glattstellten, um über das lange Wochenende in den USA nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, sagte Analyst Victor Shum vom Anlageberater Purvin & Gertz.

Ein Metallhändler in Singapur betonte, Kupfer profitiere zusätzlich von positiven Kommentaren der Analysten von Goldman Sachs und Macquarie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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