Rohstoffe
Rezessionsangst bleibt: Ölpreis gibt weiter nach

Die Einigung der G20-Staaten auf einen gemeinsamen Aktionsplan gegen die Wirtschaftskrise hat den Ölmarkt kalt gelassen. Der Preis für US-Öl der Sorte WTI sinkt weiter in Richtung 55 Dollar. Auch, weil die Opec so schnell nicht auf den Preisverfall reagieren wird.

HB SINGAPUR. Der US-Ölpreis hat am Montag nach dem Weltfinanzgipfel in Washington wieder nachgegeben. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Januar 55,96 Dollar. Das sind 1,08 Dollar weniger als am Freitag. Händler begründeten den Preisrückgang mit der Sorge vor einem weiteren Abflauen der Weltwirtschaft und einem damit verbundenen Rückgang der Nachfrage nach Rohöl.

Die größten Industrie- und Schwellenländer der Welt hätten sich zwar auf eine umfassende Reform des globalen Finanzsystems geeinigt, hieß es von Händlern. Allerdings gebe es kein gemeinsames Konzept im Kampf gegen den weltweiten Konjunkturabschwung. Die einzelnen Regierungen seien bei der Bekämpfung der schlimmsten Krise seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts mehr oder wenige auf sich alleine gestellt.

Zuvor war Opec-Präsident Chakib Khelil Spekulationen entgegengetreten, die Opec werde noch in diesem Monat eine weitere Kürzung der Ölförderung beschließen. Die Mitglieder des Kartells hätten die im Oktober beschlossenen Kürzungen noch nicht vollständig umgesetzt, sagte Khelil. Vor einer neuen Entscheidung über die Förderquoten benötige die Organisation weitere Daten.

Der Opec-Präsident reagierte auf Forderungen des Irans, die Opec solle angesichts des Preisverfalls für Rohöl die Produktion erneut zurückfahren. Diese hatten Spekulationen ausgelöst, die Organisation könne schon auf ihrer Sondersitzung in Kairo am 29. November einen entsprechenden Beschluss fassen. Khelil erklärte dies jedoch für nicht realistisch. Alle notwendigen Daten lägen frühestens Mitte Dezember zum Gipfeltreffen in Algerien vor, sagte er.

Die OPEC hatte erst im vergangenen Monat die Produktion um 1,5 Mio. Barrel gedrosselt, nachdem der Ölpreis von einem Rekordhoch von 147 Dollar im Juli auf unter 70 Dollar abgestürzt war. Trotz dieser Kürzung sank der Preis weiter

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