Rohstoffe Die riskante Gier nach Gold

Der Goldboom hat auch kleine und unseriöse Händler auf den Markt gespült. Sie sind teilweise nur kurze Zeit aktiv und verfügen über wenig Eigenkapital. Ihre Kunden müssen mit wochenlangen Lieferzeiten rechnen.
31 Kommentare
Manche Gold-Händler suchen den schnellen Gewinn - und verlieren. Quelle: dpa

Manche Gold-Händler suchen den schnellen Gewinn - und verlieren.

(Foto: dpa)

MünchenDer steigende Goldpreis lockt neue Händler an. „Von 20 vor fünf Jahren ist die Zahl auf heute vielleicht 200 gestiegen“, schätzt Martin Siegel, Fondsverwalter und Miteigentümer des Edelmetall-Handelshauses Westgold. „Und gerade in der jüngeren Zeit mischen viele neue Adressen mit“, erkennt Robert Hartmann, Geschäftsführer des großen Edelmetallhändlers Pro Aurum.

Für Diskussionsstoff sorgen vor allem die neuen kleinen Online-Händler. „Viele machen das nebenberuflich oder als Einzelunternehmer“, sagt Hartmann. „Die haben oft nur wenig Eigenkapital und müssen bei starken Goldpreisschwankungen häufig das Geschäft einstellen“, sagt Roman Schneider von Coininvestdirect, einem großen europäischen Händler.

Händler mit geringen Rücklagen haben nach einem starken Preisrutsch Lieferprobleme, wenn sie zu vorher höheren Preisen geordert haben. Sie könnten ihre Ware nur mit hohen Verlusten an den Endkunden weiterverkaufen. „Die brauchen dann erst das Geld vom Kunden, mit dem sie dann die Ware beim Produzenten bestellen“, sagt Schneider.

„Es kann schon einmal sein, dass der Anleger bei solchen Händlern seine Ware erst sechs bis acht Wochen nach Bestellung erhält“, sagt Hartmann. In anderen Fällen bekamen Kunden weniger Ware als sie geordert hatten oder bei Anlagemünzen beispielsweise Wiener Philharmoniker statt der gewünschten Maple Leaf.

„Die Probleme im Online-Handel werden noch zunehmen“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Rohstoffe - Riskante Gier nach Gold

31 Kommentare zu "Rohstoffe: Riskante Gier nach Gold"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • LOL.....einer der im Artikel genannten Herren ging zwischenzeitlich in die Insolvenz.
    Das Stamm- und Haftungskapital betrug stolze 100 Euro (Limited)!!!

  • Nun ja, zu diesem Thema gibt es auch sehr gute "ergänzende" Meinungen.
    Ich empfehle:

    http://seneca-vision.de/klaus-peters/blog-klaus-peters-seneca-vision/item/3-die-positive-seite-der-gier.html

  • Naja, wenn sogar Goldman Sachs dran glaubt.... http://www.scribd.com/doc/72682869/GS-11-14

  • Naja, der Artikel ist einfache Eigenwerbung. Oder soll man es gar Product-Placement nennen? Egal. Ich zahl aber sicherlich nicht 5-10% pro Unze mehr, wenn ich bei einem kleinen Onlinehändler mit trusted-Shop-Garantie eine weitaus bessere Sicherheit für ein paar Kröten mehr bekomme?

    Ich finde diese Diffamierung gegenüber der Konkurrenz. Und das ist einfach nicht seriös. Das mindert sogar mein Bild von den im Artikel genannten Metallhändlern. Wenn ich im Internet einkaufe, dann will ich mit einem seriösen Geschäftsmann zusammen arbeiten. Und nicht mit unredlichen Gaunern.

  • Ja, aber Gold ist schon seit tausenden von Jahren als wertvoll angesehen. Bei den Ägyptern, Azteken,... Heute hat es in den Köpfen der Menschen immer noch einen Wert. Und was haben all die Papierwährungen an Wert, die letztendlich in die Hyperinflation gerutscht sind? Keinen! Gold ist nicht vermehrbar, Geld schon. Wenn du Geld hast, dann klammerst du dich nicht nur an den Gedanken, dass es irgendwann jemand anderes als wertvoll ansieht, sondern auch an die Politik. Und jetzt schau unsere Politik an. Nicht Frau Merkel. Ich glaub der Merkel sogar, dass sie versucht die Krise zu lösen und den Spargroschen des Deutschen zu erhalten. Aber schau dir die europäischen Partner an. Die Interessen sind völlig verschieden. Und der Italiener kennt die Inflation sogar sehr gut. Es ist nichts neues, denn das kennt der Italiener von der Lira. Was solls, so hat man in vielen Ländern schon über Jahrzehnte die Haushalte finanziert und entschärft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieses Interessenzerwürfniss innerhalb der Euro-Länder zum Zerreißen ebendieser führt. Ja warum soll der Grieche, Spanier oder Italiener so doof sein und seine Schulden zurück zahlen, wenn das auch anders geht? Warum?

  • Hm?!? Klar. Der Wiener Philharmoniker ist mit 1,5 Euro (z.B. Silber) offizielles Zahlungsmittel in Österreich. Auch kannst du in Deutschland mit der 100/20-Euro Goldmünze zahlen. Wenn sie dir das nicht annehmen, dann nehme ich das sofort gegen Nominal!

  • Seltsame Kommentare. Irgendwie geht es doch um Goldhändler in dem Bericht und um deren Seriösität. Aber stattdessen wird wieder nur über das Gold selbst gesprochen.

    Ich für meien Teil habe einen seriösen Händler gefunden, leider auch einen unseriösen, der nicht richtig liefern kann.

    Bei den unseriösen denke ich, dass sie nur mit dem gerade eingenommenen Geld der Kunden erst einmal einkaufen können, so dünn ist deren Kapitaldecke. Man erkennt sie spätestens daran, dass sie eine Lieferzeit von etwa 14 Tagen angeben, die dann aber locker auf 8 bis 10 Wochen steigen kann oder gar noch länger!

    Bei den Banken lasse ich die Finger vom Edelmetall, denn deren Differenz zwischen An- und Verkaufspreisen liegt deutlich höher als bei den großen Internethändlern.
    Die Banken verkaufen das Metall an den Kunden teurer und beim Rückkauf bieten sie weniger. Das ist nicht sehr attraktiv.

  • Endlich einer der es verstanden hat !!!
    keiner will oder kann beim Bäcker mit einem Goldbarren bezahlen, man tauscht sein Gold in einer Bank und bezahlt dann in der Währung die grade da ist.
    Kurz bevor mein Großvater Polen gestorben ist, hat er dass meiste Geld (Polnische Zloty) in Goldmünzen getauscht, das Gold hat er dann meinem Vater gegeben, dass war vor ca. 25jahren, als ich alt genug war habe ich es dann bekommen. Wenn mein Großvater mir das Papiergeld dagelassen hätte, dann hätte ich jetzt lustig bzw. interessant bedrucktes Papier im wert von ca. nix! So habe ich jetzt Goldmünzen im Wert von ca. 10000 Euro ! und noch was die es nicht verstehen: keiner will oder kann beim Bäcker mit einem Goldbarren oder Goldmünze bezahlen, man tauscht sein Gold in einer Bank und bezahlt dann in der Währung die grade da ist… Euro, Weltwährung oder…..

  • Zitat: "Auch unsere Goldkäferchen verkennen das auch das gelbe Zeug letztlich nur deshalb was wert ist weil wir es GLAUBEN."

    Außer als Schmuck und für elektronische Kontakte hat Gold tatsächlich wenig Verwendung, außer dass es recht geil aussieht.

    Auf der anderen Seite sollte man eines nicht verachten, nämlich dass es sich in einem Jahrtausende währenden Selektionsprozess als Tauschmittel durchgesetzt hat.

  • Bei mir geht das ganz locker, wenn auch noch mit einem kleinen Umweg über den Goldhändler im Nachbarort. Ein oder zwei Unzen tauscht er zum aktuellen Kurs sofort gegen Bares. Etwas größere Mengen gegen Überweisung. Oft ist das Geld schon am gleichen Tag auf dem Konto, spätestens am nächsten.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%