Rohstoffe: Saudi Arabien und Schneesturm wirbeln Ölpreis durch

Rohstoffe
Saudi Arabien und Schneesturm wirbeln Ölpreis durch

Der Kälteeinbruch in den Vereinigten Staaten hat den Ölpreis zunächst steigen lassen. Anleger erwarten eine höhere Nachfrage nach Heizenergie. Doch Nachrichten aus Saudi Arabien schicken den Preis erneut nach unten.

TokioDer Anstieg des Ölpreises und Hoffnungen auf weitere Konjunkturstützen von Notenbankseite haben die Erholung an den asiatischen Börsen am Montag vorangetrieben. Der Wintereinbruch in den USA ließ die Heizölnachfrage und damit den Ölpreis steigen. Außerdem hatte der Ölindustrie-Dienstleister Baker Hughes am Freitag mitgeteilt, dass die Zahl der Bohrlöcher in den USA zum neunten Mal in zehn Wochen auf aktuell 510 zurückgegangen ist. Vor einem Jahr wurde an fast drei Mal so vielen Stellen nach Öl gebohrt.

Die Aussicht auf eine anziehende Nachfrage und Hoffnungen auf ein schrumpfendes Überangebot haben Rohöl am Montag zunächst verteuert. Den Trend drehten Nachrichten aus Saudi-Arabien jedoch ins Negative. Saudi Aramco, der Staatskonzern mit Monopolmacht, habe nicht vor, seine Investitionen in seine Öl- und Gasprojekte zu reduzieren, erklärte der Geschäftsführer Khalid Al-Falih. Erst am Sonntag verkündete Al-Falih, dass der geplante Börsengang Saudi Aramcos auch an internationalen Märkten stattfinden könne. Das Unternehmen scheint daher wenig interessiert, auf irgendeine Weise den potenziellen Ausgabepreis zu schmälern – und setzt auf Standfestigkeit in seiner Strategie.

Saudi-Arabien sei das Land, das am günstigsten Öl produzieren könne, sagt Al-Falih. „Wir können niedrige Ölpreise für eine sehr, sehr lange Zeit erdulden“, erklärt der Saudi Aramco-CEO. Im Dezember pumpte der Staatskonzern 10,25 Millionen Barrel pro Tag aus der Erde. Das entspricht etwa einem Neuntel der weltweiten Förderung.

Die Aussagen Al-Falihs schüchterten den Ölpreis ein. Für die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee ging es um 2,6 Prozent auf 31,33 Dollar je Barrel nach unten. Das US-Öl WTI sackte noch stärker ab, um 2,6 Prozent auf 31,34 Dollar.

Dabei hatten Anleger Ende der vergangenen Woche noch mit steigenden Preisen gerechnet. „Der jüngste Anstieg des Ölpreises zusammen mit den Signalen der Notenbanken in Europa und Japan für weitere Stimulierungen hat für eine kurzfristige Atempause am Markt gesorgt, den man bislang im Jahr als nervös und sehr herausfordernd bezeichnend kann“, sagte Analyst Gary Huxtable vom Broker Atlantic Pacific Securities. Sowohl bei der US-Notenbank Fed als auch bei der japanischen Zentralbank stehen diese Woche geldpolitische Entscheidungen an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%