Rohstoffe
Schuldenprobleme verscheuen Anleger

Unsicherheiten über die Konjunkturentwicklung verscheuen im Moment viele Rohstoff-Anleger. Die meisten Rohstoffpreise schließen sich der leichten Abwärtsbewegung an, der stärkste Rückgang ist bei Kupfer zu verzeichnen.
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FrankfurtAngesichts der sich verschärfenden Schuldenprobleme in der Eurozone und den USA haben Anleger am Rohstoffmarkt am Montag keine großen Sprünge gewagt. Die Sorge vor einer deutlichen Abkühlung der Wirtschaft in den Industrienationen sowie das Wiedererstarken des Dollars setzte den Kursen in den großen Anlageklassen zu. Der Kupferpreis fiel auf den niedrigsten Stand seit fast einem Monat. Gold und Öl verbilligte sich ebenfalls.

„Die Sorgen um die US-Schulden sind zu der Risikoaversion hinzugekommen“, sagte Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank. Die Krise in der Eurozone gehe weiter und die Aktienmärkte befänden sich in einer deutlichen Abwärtsbewegung. Der Dax fiel auf den niedrigsten Stand seit sechs Wochen, während der Dollar-Index, der zu einem Korb anderer wichtiger Währungen ermittelt wird, auf den höchsten Stand seit ebenfalls sechs Wochen kletterte.

„Es gibt erhebliche Konjunkturprobleme in Europa, den USA und China, und wir wissen nicht, wie sich das entwickeln wird“, sagte Matthew Turner von Mitsubishi Corp. „Es ist Unsicherheit, die auf Unsicherheit trifft. Viele Anleger bleiben an der Seitenlinie.“

In der Eurozone zogen die Renditen für Anleihen aus Spanien, Frankreich und Italien erneut an. Die Warnung der Ratingagentur Moody's vor einer Herabstufung Frankreichs sorgte für zusätzliche Nervosität. Dass in Spanien mit den Konservativen eine neue Partei die Regierungsgeschäfte übernimmt, beeindruckte die Investoren kaum. In den USA wiederum konnte sich ein Komitee nicht auf einen Weg zum Abbau des 15 Milliarden Dollar schweren Defizits einigen. Damit droht sich die Schuldenspirale in der weltgrößten Volkswirtschaft außer Kontrolle zu geraten.

Der Kupferpreis fiel um bis zu 2,7 Prozent auf 7320 Dollar pro Tonne. Gold verbilligte sich um bis zu 1,5 Prozent auf 1700 Dollar pro Feinunze. Der Preis für Öl der Sorte WTI gab um bis zu 2,1 Prozent auf 95,61 Dollar pro Barrel nach. Die Nordseesorte Brent notierte bei 106,47 Dollar pro Fass, ein Minus von einem Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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