Rohstoffe
Streik-Ende in Norwegen drückt Ölpreis

Die Ölpreise haben am Dienstag mit Kursabschlägen auf das Ende des Streiks im Förderland Norwegen reagiert. Ein Streit um das Rentenalter hätte beinahe zum Erliegen der Öl- und Gasproduktion geführt.
  • 0

Frankfurt/SingapurDie Beendigung des seit gut zwei Wochen laufenden Arbeitskampfes in der norwegischen Öl- und Gasbranche hat den Ölpreis am Dienstag abrutschen lassen. In Oslo hat Arbeitsministerin Hanne Bjurstroem eine Zwangsschlichtung des Streits angeordnet - unmittelbar vor Inkrafttreten einer Aussperrung aller Ölarbeiter.

Als Reaktion verbilligte sich Nordseeöl der Sorte Brent am Dienstag um bis zu zwei Prozent auf 98,22 Dollar je Fass. US-Leichtöl kostete mit 84,62 Dollar zeitweise 1,6 Prozent weniger. Norwegen ist der zweitgrößte Gaslieferant für Europa. Größte Abnehmer sind Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

„Eine Aussperrung hätte die komplette Ölproduktion des achtgrößten Ölexportlandes von bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag lahmgelegt“, schrieb Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Die Angst vor einem großflächigen Produktionsausfall hatte den Ölpreis bereits seit Tagen in die Höhe getrieben.

Der zum größten Teil dem norwegischen Staat gehörende Statoil-Konzern kündigte die Wiederaufnahme der Förderung an, was allerdings ein bis zwei Tage dauern könnte.

Zusätzlich belastet wurde der Ölpreis auch von enttäuschenden Importzahlen aus China. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat im Juni deutlich weniger Rohöl und Kupfer eingekauft, was laut Händlern auf eine schwächelnde Nachfrage hindeutet. Um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen, hatte die Zentralbank in der vergangenen Woche erneut die Leitzinsen gesenkt. Zudem wurde Banken die Kreditvergabe erleichtert. Die Hoffnung sei jetzt, dass die Zentralbank noch mehr tun werde, um die Konjunktur anzukurbeln, sagte ein Händler. Kupfer notierte 0,2 Prozent schwächer bei 7544 Dollar je Tonne.

Gold notierte mit 1588 Dollar je Feinunze 0,1 Prozent fester. Das Edelmetall könne von der konjunkturellen Unsicherheit nicht profitieren, da die Anleger ihren sicheren Hafen derzeit lieber im Dollar suchten, erklärten Marktteilnehmer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rohstoffe: Streik-Ende in Norwegen drückt Ölpreis"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%