Rohstoffe
Trotz Zypern-Krise fällt der Goldpreis

Der Dollar tendiert etwas schwächer und verbilligt damit Rohöl für Investoren außerhalb des Dollarraums. Der Goldpreis fällt jedoch. Die erstarkende US-Wirtschaft macht den „sicheren Hafen“ unbeliebter.
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SingapurDie Ölpreise sind am Donnerstag leicht gestiegen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Mai-Lieferung 109,95 US-Dollar. Das waren 26 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 19 Cent auf 96,77 Dollar.

Händler sprachen von einem zuletzt ruhigen Handel ohne nennenswerte Impulse. Für leichte Unterstützung sorgte der Dollar, der etwas schwächer tendierte.

Eine günstigere US-Währung verbilligt Rohöl für Investoren außerhalb des Dollarraums. Das stützt die Nachfrage.

In einem Bericht der US-Regierung hieß es, dass die US- Raffinerien ihre Auslastung verstärkt haben. „Die Raffinerien bereiten sich auf den verstärkten Verkehr im Sommer vor”, sagte Jonathan Barratt, Chef des Barratt's Bulletin, eines Rohstoffbriefs in Sydney. Allerdings sieht er für WTI einen Widerstand bei 98,50 Dollar. „Die Öllagerbestände bleiben hoch.“

Keine starken Veränderungen verzeichneten die Edelmetalle. Die Feinunze Gold notierte mit 1604,86 Dollar kaum verändert. Das Edelmetall steuert auf den zweiten Quartalsverlust in Folge zu. Die verbesserten Aussichten für die US-Wirtschaft und der gestiegene Dollar verringern die Bedeutung des Goldes als alternatives Investment.

„Die Sorgen wegen Zypern halten an und das stützt den Dollar”, sagte Lelia Kim, von Tong Yang Securities Inc. in Seoul. Ein “stärkerer Dollar begrenzt in Verbindung mit schwacher physischer Nachfrage die Gewinne von Gold.” Silber notierte mit 28,72 Dollar 0,2 Prozent im Plus.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Kommentare zu " Rohstoffe: Trotz Zypern-Krise fällt der Goldpreis"

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  • @brauner:
    >> spricht dafür, dass die Intervention von Europa ausgeht <<
    Dafür spricht im übrigen auch, dass der Goldpreis seit einiger Zeit gerne in der 1. Tageshälfte des europäischen Handels mit Kulmination im Mittagsfixing fällt (mitunter begleitet von einem leicht stärkeren EUR/USD). - Aber ein Schelm, ...
    Freilich auch positiv für Inflationsbesorgte, gibt es eben (noch) keine 'Goldblase'.
    Allerdings dürften die tendneziell stärker stg. Produktionskosten bei abnehmenden Reserven die Limite a la longue nach oben verschieben.
    Nur mit Zertifikaten und Goldversprechen sollte man da besser nicht zuwarten.

  • Es ist schon erstaunlich. Da titelt das Handelsblatt mit "Trotz Zypern-Krise fällt der Goldpreis". Im Text weiter unten heisst es dann: "Keine starken Veränderungen verzeichneten die Edelmetalle. Die Feinunze Gold notierte mit 1604,86 Dollar kaum verändert." Daraufhin stellt das HB eine Quartalsbetrachtung beim Goldpreis an. Hm, komisch, gab es denn vor 3 Monaten schon eine Zypernkrise? Aber man bezieht sich doch laut Überschrift auf den Zeitraum der Zypernkrise. Wie sieht es denn mit dem Goldpreis in den letzten 4 Wochen aus und zwar in Euro, nicht in Dollar? Da ist er ja von 1210€ auf 1256€ pro Feinunze gestiegen. Schon sonderbar, dass man dann auch noch eine Expertin aus Seoul befragt: “Ein stärkerer Dollar begrenzt in Verbindung mit schwacher physischer Nachfrage die Gewinne von Gold.” Aber nicht in Euro gerechnet, möchte ich hinzufügen.

  • Der Goldpreis in Euro wird seit Herbst 2011 durch gezielte Intervention auf einem Werte < 1250 Euro gehalten. Sobald diese Marke auch nur geringfügig überschritten wird, erfolgen sofort preisreduzierende Massnahmen. Da das Volumen pro Zeit der Intervention hoch, aber begrenzt ist, kann der Preis bei extrem starkem Aufwärtsdruck durch externe Faktoren auch mal eine gewisse Zeit über der Marke liegen. Im Moment ist das der Fall. Daraus ergibt sich die konkrete Vorhersage, dass er innerhalb der nächsten Tage wieder sinken wird. Dass ein Eurowert als Kriterium verwendet wird, spricht dafür, dass die Intervention von Europa ausgeht. Alle Preisänderungen in dem genannten Zeitraum lassen sich so einfach verstehen. Versuche, wie in diesem Artikel, "inhaltliche", d.h. marktbezogene Gründe, für Preissenkungen zu finden, sind hier völlig fehl am Platz. Da der Preis aktiv geregelt wird, kann man ihn statistisch vorhersagen und damit natürlich auch Preisänderungen spekulativ nutzen (z.B. Kauf bei x << 1250, Verkauf bei x >> 1250)

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