Rohstoffe und Devisen
Rasante Rally bei Euro und Gold

Der Euro hat im asiatischen Handel seinen rasanten Aufwärtstrend fortgesetzt. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg zuletzt auf 1,3841 Dollar. Kaum zu bremsen scheint auch der Goldpreis.
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HB FRANKFURT. Der Euro hat am Mittwoch an seinen seit Anfang September bestehenden Aufwärtstrend angeknüpft. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg auf zuletzt 1,3841 gegenüber dem Dollar, nachdem die japanische Notenbank am Dienstag überraschend ihren Leitzins gelockert hatte und faktisch zur Nullzinspolitik der Jahre 2000 bis 2006 zurückgekehrt war.

Der Euro war gestern im Tageshoch sogar auf 1,3859 Dollar geklettert und damit auf den höchsten Stand seit dem 4. Februar. Im Vergleich zum Vortag bedeutete das ein Plus von 1,8 Prozent, gegenüber dem Tagestief machte die Gemeinschaftswährung mehr als zwei Cent gut.

Die Zinspolitik der Bank of Japan habe Anleger dazu veranlasst, wieder mehr Risiken einzugehen und Anlagen mit höheren Renditen zu suchen, sagten Händler. Dazu beigetragen hätten auch gute Konjunkturdaten aus den USA, hieß es. Im Sog dessen sei auch der Dollar wieder massiv unter Druck gekommen. "An den Märkten setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass die amerikanische Notenbank Fed nachziehen wird", ergänzte Devisenexperte Thomas Amend von HSBC Trinkaus.

Gold wegen unsicherer Wirtschaftslage gefragt

Auch die Fed erwägt derzeit, ihre bereits extrem expansive Nullzinspolitik weiter zu lockern. "Eine zusätzliche Lockerung würde den Dollar vermutlich stark belasten und damit Euro und Yen stärken", hieß es.

Vor dem Hintergrund weiterhin unsicherer Perspektiven für die Weltwirtschaft und der Sorgen vor einer Inflationsausweitung in Folge der extrem expansiven Geldpolitik der Notenbanken blieb bei Investoren Gold stark gefragt. In der Spitze stieg der Preis für eine Feinunze (ca. 31 Gramm) des Edelmetalls auf 1 349,80 Dollar. Damit wurde der jüngste Rekordwert vom Dienstag bei 1 340 Dollar klar übertroffen. Seit August hat Gold um rund 190 Dollar oder 16 Prozent zugelegt, allein in den letzten beiden Tagen um etwa 35 Dollar oder 2,6 Prozent. Händler nannten als Hauptgrund für den jüngsten Preisschub die zusätzliche Lockerung der japanischen Geldpolitik und den anhaltend schwachen Dollar.

Kommentare zu " Rohstoffe und Devisen: Rasante Rally bei Euro und Gold"

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  • nicht der goldpreis steigt , sondern der dollar fällt.....
    im vergleich zu EUR war der goldpreis vor einen paar monaten deutlich höher..

    ...und wenn sie nicht gestorben sind, drucken sie noch heute....

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