Rohstoffe und Edelmetalle
Goldpreis setzt seine Rally fort

Seit Wochen befindet sich der Goldpreis auf einem wahren Höhenflug. Allein seit Anfang November hat er mehr als 15 Prozent zugelegt. Heute fielen im frühen Handel gleich zwei neue Rekorde.
  • 0

HB LONDON. Der Goldpreis hat am Donnerstag gleich zwei neue Rekordhöhen erklommen. Im frühen Handel stieg der Preis für eine Feinunze in der Spitze bis auf 1 194,90 US-Dollar oder umgerechnet 795,40 Euro. Damit wurden die bisherigen Rekorde vom Vortag sowohl in Dollar (1 191,50) als auch in Euro (792,88) schon wieder übersprungen.

Der Goldpreis hat seit Anfang November mehr als 15 Prozent zugelegt. Händlern zufolge sind die Preisaufschläge weiterhin auf den schwachen US-Dollar und die Erwartung weiterer Goldkäufe von Zentralbanken zurückzuführen. Staaten sind die größten Gold-Besitzer, ihre Zukäufe haben deshalb am Goldmarkt besonders großes Gewicht.

Zuletzt hatte es geheißen, die indische Zentralbank sei offen für weitere Goldkäufe vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Notenbank des Schwellenlands hatte erst vor wenigen Wochen mit dem Kauf von 200 Tonnen IWF-Gold den jüngsten Run auf das Edelmetall losgetreten. Analysten zufolge reagiert der Markt seitdem sehr sensibel auf Spekulationen um weitere Käufe. Nach Indien hatten Russland, Sri Lanka und Mauritius bereits Goldkäufe bekanntgegeben. Allein die Notenbank des kleinen Inselstaats Mauritius erwarb vergangenen Monat vom IWF zwei Tonnen Gold für 71,7 Mill. Dollar (47,6 Mill. Euro).

Diese Nachfrage von Zentralbanken und anderen Investoren könnte den Goldpreis in den kommenden Monaten auf 1 500 Dollar steigen lassen, prognostizierten in den vergangenen Tagen mehrere Marktteilnehmer. Auch die Analysten von Banken wie Merrill Lynch und Barclays rechnen mit weiteren Zentralbankkäufen.

Korrelation zum Ölpreis aufgehoben?

Ein massives Überangebot an Öl hat nach Einschätzung der Fondgesellschaft GFT die Korrelation zwischen Öl- und Goldpreis aufgelöst. Im Zuge einer Wirtschaftserholung könnten zwar beide Rohstoffe von ihrer Rolle als Absicherung gegen eine Inflation profitieren. Während GFT-Manager David Morrison zufolge der Preis für Gold weiter steigen dürfte, werde die Luft beim Ölpreis dagegen dünner. Er begründete dies mit einem massiven Angebotsüberhang beim Öl. Zudem sei die Nachfrage nach Gold nicht so konjunkturabhängig wie die nach Öl. In der Vergangenheit haben sich die Notierungen für Öl und Gold meist gleichgerichtet bewegt.

Der Preis für Gold klettert seit Tagen auf immer neue Rekordhochs, dieser Trend dürfte Morrison zufolge anhalten, eine konkrete Prognose wagte er jedoch nicht. Er wies allerdings daraufhin, dass der Preis immer noch deutlich unter dem inflations-bereinigten Allzeithoch von 2000 Dollar von 1980 liegt.

Der Ölpreis ist derzeit zwar auch von seinem Allzeithoch von 150 Dollar je Fass vom Juli vergangenen Jahres weit entfernt. Allerdings hätten sich, so Morrison, auch viel mehr Vorräte angesammelt als im Fünf-Jahres-Schnitt üblich.

Kommentare zu " Rohstoffe und Edelmetalle: Goldpreis setzt seine Rally fort"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%