Rohstoffe
Und ewig lockt das Gold

Weltweit spielt es statistisch zwar keine Rolle - zwischen Yukon und Klondike gehört es aber zum Lebensgefühl: Das Schürfen nach Gold. Wer an den beiden Flüssen sein Glück versuchen möchte, braucht vor allem viel Geld und einen langen Atem.

TORONTO. An den Flüssen und Bächen im kanadischen Yukon-Territorium ist es still. Eis bedeckt die Gewässer, der Boden ist hart gefroren. 30 Grad minus zeigt das Thermometer. Die Goldschürfer haben sich im Oktober nach Dawson City oder in die Hauptstadt Whitehorse zurückgezogen. Im April kehren sie zurück zu ihren "Claims", auf der Suche nach dem kostbaren Metall. Wahrscheinlich werden es in diesem Jahr sehr viele sein, die ihr Glück suchen. Der hohe Goldpreis lockt.

Stuart Schmidt wird in sechs Wochen an den Thistle Creek und den Lower 60 Miles River ziehen. Der 56-jährige Schmidt ist Goldschürfer. Wenn das Eis aufbricht, steht Schmidt in Gummistiefeln im trüben Wasser und sucht in den Sedimenten in seiner Schürfpfanne nach Spuren von Gold. "Die Suche und die ersten Tests werden immer noch so gemacht. Aber mit Spaten, Schürfpfanne und Sieb wie in den alten Zeiten ist es heute nicht getan", sagt Schmidt.

Wer am Yukon und am Klondike sein Glück versuchen will, muss in Maschinen investieren - annähernd eine halbe Million Dollar; er muss ein Genehmigungsverfahren durchlaufen, bevor er mit der Goldsuche beginnen kann, und Umweltbestimmungen beachten.

Aber anders als vor 100 Jahren müssen sich die Goldschürfer nicht nur auf ihr Gespür verlassen. Fachleute des Geologischen Amtes sammeln Gesteinsproben und Informationen über Golddepots und Geröllschichten. In einer Datenbank sind die Informationen gespeichert und abrufbar. Radar und Magnetfelduntersuchungen sind weitere Hilfsmittel beim Aufspüren des Goldes.

Statistisch spielt das Goldschürfen auf dem weltweiten Markt kaum eine Rolle. Es ist allenfalls Goldstaub auf den Büchern der großen Marktführer, an ihrer Spitze die kanadische Barrick Gold. Selbst in Kanada ist es eine Randerscheinung. 2 500 Tonnen Gold wurden 2006 weltweit gefördert, etwa 100 Tonnen in Kanada. Dort wird Gold vor allem in Ontario, Quebec und British Columbia gefördert. Nur zwei Tonnen kommen aus der Goldschürferei am Yukon.

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