Rohstoffe
Unruhen treiben Ölpreis

Der Ölpreis hat am Montag erstmals seit knapp zehn Monaten die Marke von 72 Dollar je Barrel wieder überschritten. Ein Fass (rund 159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag in London 72,04 Dollar. Händlern zufolge waren hierfür ein in Nigeria drohender Generalstreik sowie Angriffe auf Ölanlagen der wichtigsten afrikanischen Ölexportnation ausschlaggebend.

HB LONDON. Weitere Befürchtungen über Lieferengpässe in den USA während der verkehrsreichen Sommerzeit hatten zuvor für ein Verharren des Preises auf hohem Niveau gesorgt. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl zur Lieferung im Juli stieg in New York auf 68,75 Dollar.

Im Blickpunkt stehe weiterhin der US-Benzinmarkt, sagten Händler. Aufgrund des zum Vorjahr geringen Niveaus der US-Benzinbestände und eines verminderten Ausstoßes der US-Raffinerien gilt der Benzinmarkt in den USA seit Wochen als eng. Hinzu kommt eine erhöhte Nachfrage nach Benzin infolge der seit Ende Mai laufenden US-Feriensaison, in der der Benzinverbrauch traditionell deutlich zunimmt.

Trotz der weiter angespannten Lage auf dem Benzinmarkt rechnet Analyst Steve Rowles von CFC Seymour in der laufenden Woche mit etwas freundlicheren Daten aus den USA. Speziell die Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien dürfte sich leicht erhöhen, was die Ölpreise etwas drücken könnte, sagte Rowles.

Der Juli-Kontrakt auf Rohöl der Sorte Light, Sweet Crude kletterte an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex um 1,6 Prozent bzw. 1,09 auf 69,09 US-Dollar. Hunderte Dorfbewohner hatten im Süden Nigerias eine Ölverteilerstation der Chevron Corp besetzt und die Arbeiter vertrieben. Die Demonstranten forderten Entschädigungszahlungen für Schäden, die ausgelaufenes Öl in ihrer Region angerichtet habe. Die Verteilerstationen verbinden die Leitungen, die von den Förderanlagen zu den größeren Pipelines führen.

Versorgungsängste wurden ferner von den Streikplänen nigerianischer und brasilianischer Ölarbeiter geschürt. In Nigeria haben die Gewerkschaften einen unbefristeten Streik angekündigt, der am Mittwoch beginnen soll. Das afrikanische Land ist wichtigster Öllieferant der USA. In Brasilien wollen die Arbeiter der staatlichen Petroleo Brasileiro (Petrobras) eventuell ab dem 5. Juli in einen fünftägigen Ausstand treten. Auf Petrobras entfallen 95 Prozent der brasilianischen Ölproduktion von 1,85 Millionen Barrel pro Tag.

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