Rohstoffe
Verdacht auf Manipulation beim Ölpreis

Nach kräftigen Kursschwankungen am Vortag ist der US-Ölpreis am Freitag leicht gesunken. Zudem wollen US-Behörden prüfen, ob Marktmanipulationen für den zuvor starken Anstieg beim Ölpreis verantwortlich sind.

HB SINGAPUR. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) 126,27 Dollar und damit 35 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Damit notiert der WTI-Preis deutlich unterhalb seines Rekordhochs von rund 135 Dollar, das vor gut einer Woche erreicht wurde.

Am Donnerstag hatte sich der US-Ölpreis in einem nervösen Handel in einer Schwankungsbreite von rund sieben Dollar bewegt. Nachdem zunächst ein kräftiger Rückgang der US-Bestände an Rohöl den WTI-Preis auf über 133 Dollar nach oben katapultierte, gab er im weiteren Verlauf wieder auf rund 126 Dollar nach.

Am Markt setze sich wohl zusehends die Erkenntnis durch, dass die Nachfrage aus den USA - dem weltweit größten Energieverbraucher - unter Druck geraten könne, sagte Analyst Jason Feer vom Energieberatungsunternehmen Argus Media. Bislang hatten Befürchtungen um Angebotsengpässe die Ölpreise auf ihre Rekordniveaus getrieben.

Daneben wollen die US-Behörden in Zusammenarbeit mit Europa prüfen, ob Markt-Manipulationen für den starken Anstieg der Preise in der vergangenen Woche mitverantwortlich sind. Die oberste Aufsicht für die US-Terminbörsen, CFTC, erklärte am Donnerstag, sie habe mit den britischen Aufsichtsbehörden und der Londoner Future-Börse ICE Futures Europe einen Informations-Austausch über Energie-Kontrakte vereinbart. Vorausgegangen sei eine sechsmonatige, intensive Beobachtung des Handels.

US-Politiker haben die CFTC seit Monaten gedrängt, die Aufsicht zu verschärfen und gegen Spekulanten vorzugehen, die für den drastischen Anstieg des Ölpreises mitverantwortlich gemacht werden.

„Die Kommission hat wichtige Schritte eingeleitet, um sicherzustellen, dass die US-Energie-Terminmärkte ordnungsgemäß und frei von Manipulation in Missbrauch funktionieren“, teilte die CFTC mit. Es habe bereits im Dezember eine landesweite Untersuchung über Handelsgeschäfte mit Öl gegeben. Normalerweise würden solche Prüfungen nicht bekanntgemacht, erklärte die US-Aufsichtsbehörde. Angesichts der derzeit beispiellosen Marktbedingungen habe man sich diesmal aber anders entschieden.

Bei der Prüfung geht es unter anderem um Rohöl-Handelskontrakte für das oft gehandelte Produkt West Texas Intermediate (WTI), die in New York und London gehandelt werden.

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