Rohstoffe
Wenig Hoffnung auf sinkende Ölpreise

Nach dem Scheitern der Opec-Verhandlungen über höhere Fördermengen hat der Preis für ein Barrel Brent-Öl wieder zugelegt. Eine baldige Entspannung ist derzeit eher unwahrscheinlich.
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DüsseldorfDer Rohölpreis hat zwischenzeitlich wieder die Marke von 120 Dollar erreicht. Ein Barrel – 159 Liter – der Nordseesorte Brent ist damit an den Rohstoffbörsen fast so teuer wie Anfang Mai. Die Möglichkeit eines baldigen kräftigen Rückgangs schätzen Experten eher gering ein, sie erwarten vielmehr, dass sich der Ölpreis auf dem jetzigen hohen Niveau halten wird.

Ausgelöst hatte den jüngsten Preissprung die Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Das Kartell, das für mehr als ein Drittel der Weltölförderung steht, konnte sich bei seiner Sitzung vergangene Woche nicht wie erwartet auf höhere Förderquoten einigen. Die Folge: Mit der wachsenden Unsicherheit stiegen an den Ölmärkten die Preise. Im Ölkartell standen sich zwei Lager gegenüber. Die einen – dazu gehörte das weltgrößte Ölanbieterland Saudi-Arabien – wollten die Produktion erhöhen, um den Preisanstieg zumindest zu bremsen. Dahinter steckt die Sorge, dass zu hohe Preise zu einer Gefahr für die Konjunktur werden könnten. Andere Kartellmitglieder wie Iran oder Venezuela sind gegen eine Erhöhung der Förderquote, weil sei vermeiden wollen, dass der Ölpreis fällt.

„Die Krux liegt in den Erwartungen“, erklärt Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank. „Der eine Block, angeführt von Saudi-Arabien, rechnet im dritten Quartal mit einer Angebotslücke von fast zwei Millionen Barrel Öl pro Tag und drängt auf eine Fördererhöhung. Andere Staaten wie Iran hingegen produzieren schon am Limit und rufen eher nach steigenden Preisen.“ In der Opec verschiebe sich damit das Gewicht laut Hansen zugunsten von Ländern wie Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die ihre Förderung noch erhöhen könnten.

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