Rohstoffe werden auch für Privatanleger interessant - Experten setzen auf den China-Faktor
Große Hoffnungen für Agrarprodukte

Allmählich dringt die Hausse der Rohstoffpreise ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Das ist nach einem schon mehrere Jahre dauernden Aufschwung mehr als überfällig.

FRANKFURT/M. Die einzelnen „Commodities“ entwickelten sich sehr unterschiedlich. Die wichtige Botschaft: Energie lief rasant, Edel- und Industriemetalle schnitten gut ab, Agrarrohstoffe hinken hinterher – und haben nach Meinung einiger Experten einen klaren Nachholbedarf.

Investoren stehen bei Interesse an diesem Anlagesektor allerdings vor vielen Hürden. Während der zwei Dekaden dauernden Rohstoffpreisbaisse – spiegelbildlich zur Hausse der Wertpapiere in den 80er und 90er Jahren – dünnten die meisten Finanzhäuser ihre Researchsparten aus oder schlossen sie ganz. Im Subsektor Agrarprodukte ist die Lage bis heute prekär – es gibt kaum Anlageexperten. Auf der Produktseite wagen sich nur wenige Anbieter nach vorne.

Dabei haben institutionelle Investoren immer noch bessere Zugangsmöglichkeiten zu dieser Vermögensform als Privatanleger. Großanlegern fällt der Gang an die Terminmärkte – die klassischen Handelsplätzen für Rohstoffe – grundsätzlich leichter. Hier tun sich Private schon auf Grund der hohen Risiken schwer. Sie können jetzt aber immerhin auf einige innovationsfreudige Produktanbieter zurückgreifen, die Rohstoffe in vergleichsweise einfachen Verpackungsformen offerieren).

Einzelne Querdenker bereiteten der Idee der Geldanlage in Rohstoffen und Agrarprodukten den Weg. Dazu zählen Jim Rogers („Nachgefragt“) und Marc Faber. Rogers kam zusammen mit George Soros als Mitgründer des legendären Quantum Fund und später als weltreisender Anlageexperte zu Ehren. Faber bringt als Vermögensverwalter einen Ruf als treffsicherer Prognostiker mit. In der jüngeren Vergangenheit erhielten die lange einsamen Rufer Verstärkung. Insbesondere einige Gurus aus der amerikanischen Szene schlugen sich auf ihre Seite. In Deutschland macht sich unter anderem Klaus Martini, Leiter Anlagestrategie für das weltweite Privatkundengeschäft bei der Deutschen Bank, für Rohstoffe stark.

Rogers und Faber glauben an einen Paradigmenwechsel an den Kapitalmärkten: weg von Wertpapieren, hin zu realen Werten. Sie geben landwirtschaftlichen Produkten besondere Chancen. Faber und Martini berufen sich dabei nicht zuletzt auf den China-Faktor, den meist die Enthusiasten für Industriemetalle und Energie herausstellen. Das rasante Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik – wie auch in anderen Schwellenländern wie Indien – steigert zunächst die Nachfrage auf den weltweiten Märkten für Öl, Kupfer oder Stahl. Die dadurch verursachten Verknappungstendenzen beflügeln die Preise.

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