Rohstoffe
Wetterchaos treibt Agrarpreise

In den USA regnet es zu viel - in Europa hingegen zu wenig. Die derzeitige Wetterlage lässt die Preise für Mais und Weizen in die Höhe schnellen.
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Frankfurt

Während in den USA in wichtigen Anbaugebieten der Regen die Aussaat von Mais und Sojabohnen verzögert, klagen die Landwirte in Frankreich und Deutschland in diesem Frühjahr über zu wenig Niederschlag. Auch in einigen südlichen US-Anbaugebieten macht die Dürre den Farmern zu schaffen. Daneben werden wegen des Hochwassers des Mississippi einige Anbaugebiete geflutet, um Großstädte vor der Flut zu retten. Als weiteren Grund für den Preisanstieg nannten Händler am Montag Gerüchte, wonach China Mais kaufen will. "Wir haben gehört, dass China was kaufen will - von 400.000 bis zu 2,0 Millionen Tonnen", erklärte ein Agrar-Analyst in Chicago.

US-Mais verteuerte sich um bis zu 2,6 Prozent, Weizen um bis zu 2,7 Prozent. An der Euronext kostete eine Tonne Weizen zur Lieferung im November zeitweise 230,75 Euro und damit bis zu 2,2 Prozent mehr als am Freitag.

Der Anstieg der Agrarpreise sei durch den Rückgang des Ölpreises etwas gedämpft worden, sagten Händler. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich in der Spitze um 1,6 Prozent auf 112 Dollar, US-Leichtöl der Sorte WTI um bis zu zwei Prozent auf 97,67 Dollar. Vor allem der festere US-Dollar laste auf den Preisen, stellten die Analysten der Commerzbank fest. Der Dollar habe von zunehmenden Sorgen über die Zukunft der Euro-Zone profitiert. "Die Flucht in den sicheren Hafen US-Dollar lastet auch auf den Rohstoffpreisen", fügten die Analysten hinzu.

Auch der Silberpreis geriet unter Druck: die Feinunze kostete mit 34,03 Dollar zeitweise 3,5 Prozent weniger als am Freitag. Gold notierte kaum verändert bei 1493,86 Dollar je Feinunze. Auch Kupfer verbilligte sich um bis zu ein Prozent, was Händler auch auf Spekulationen über eine Straffung der chinesischen Geldpolitik zurückführten. Dies könnte die Weltkonjunktur dämpfen. Aluminium verbilligte sich um bis zu 1,3 Prozent auf 2533,75 Dollar je Tonne. Hier ist der Anstieg der Lagerbestände ausschlaggebend.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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