Rohstoffe
Wie tief will der Ölpreis noch sinken?

Der Preis fällt, das Öl-Kartell Opec streitet. Und ein Wissenschaftler behauptet, am Ende des Jahres werde der begehrte Schmierstoff nur noch 20 Dollar je Barrel kosten. Wie Anleger profitieren können.  
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DüsseldorfAbdullah Salem El-Badri  hat sicherlich schon bessere Tage erlebt. Der Generalsekretär der Gesellschaft Erdöl fördernder Länder (Opec) wird heute und morgen vermitteln müssen in Wien, bei der Tagung des mächtigen Ölkartells. Die Herren des schwarzen Goldes sind sich derzeit nämlich nicht so ganz einig. Vermutlich werde es diesmal etwas harscher zugehen bei dem Treffen, sagen Beobachter.

Konkret geht es um die Entwicklung des Ölpreises. Denn der sinkt und sinkt und sinkt. So kostet ein Barrel (159 Liter) derzeit gerade einmal 97 Dollar; vor drei Monaten wurden noch 123 Dollar für den Schmierstoff bezahlt. Und auch die Preise für US-Öl der Sorte WTI und die Nordseemarke Brent sind zuletzt deutlich gefallen. Ein Barrel US-Öl etwa gibt es in diesen Tagen schon für gut 80 Dollar, Brent für etwa 96 Dollar.

Und deshalb wird gestritten. Denn während der Großteil der Opec-Mitglieder die Förderquoten begrenzen will, um die Preise an den Rohstoffmärkten wieder nach oben zu treiben, macht Saudi-Arabien, der größte Produzent, genau das Gegenteil: Die Saudis produzieren so viel wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Scheichs können es sich erlauben. Sie fördern rund 40 Prozent der gesamten Ölvorkommen und sind damit der mit Abstand mächtigste Opec-Staat.

Bei den Kleinen kommt der saudische Alleingang dagegen gar nicht gut an. Der iranische Opec-Botschafter Muhammad Ali Khatibi etwa warnte vor kurzem, dass „Instabilität" auf dem Ölmarkt zu einem „besorgniserregenden Rückgang der Preise" führen könne. Youssef Yousfi, der algerische Ölminister, gab zu Protokoll, dass man sich über einen „Verfall des Marktes" sorge.

Kommentare zu " Rohstoffe: Wie tief will der Ölpreis noch sinken?"

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  • Wenn es doch nur so einfach wäre. Hoher Ölpreis = weniger Verbrauch = saubere Umwelt. Wer da ausgleichende Steueranpassung fordert, kann nur ein Politiker sein, der noch nicht begriffen hat, das gute Haushaltsführung die bessere Methode ist. Oder ein unverbesserlicher Umweltaktivist. Für Otto Normalverbraucher psielt es keine Rolle wer mit dem Geld davon läuft. Für die Umwelt wird das auch nichts bringen. Aber das Gewissen mancher Umweltaktivisten könnte evtl. davon profitieren. Täglich gaukelt uns einer vor, wir müssten nur Fahrrad fahren, Sparbirnen kaufen, und ganz wichtig Grüne Punkte an die Windschutzscheibe kleben. Dann könnten wie die Welt retten.
    In Wahrheit retten wir aber nur die leeren Kassen von Staat und einigen Industriebetrieben! Haben keine Finanzen für Sinnvolle Investitionen.

  • Ich bin schockiert: Die Erde erwärmt sich, und die Saudis drehen den Ölhahn sogar noch weiter auf? Und in dieser Situation fällt dem Handelsblatt nichts Besseres ein, als darzulegen, wie Zocker damit ein paar schnelle Euros gewinnen oder auch in den Sand setzen können.

    Darüber hinaus gehende gesellschaftliche Auswirkungen und moralische Dimensionen werden ausgeblendet. Einerseits fließt bei sinkendem Ölpreis weniger Geld ins Ausland ab. Das ist positiv. Andererseits werden aber auch Investitionen, die uns vom Öl unabhängiger machen, weniger rentabel. Die Diskussion müsste jetzt doch dahin gehen, die Besteuerung von Öl in den Industriestaaten so anzupassen, dass die Verbraucherpreise konstant bleiben. Damit würden die Investitionen weiter rentabel bleiben, der Ölverbrauch weiter sinken und damit auch der Rohölpreis. Damit würde gleichzeitig die Umwelt entlastet und die Importkosten für Öl weiter gesenkt.
    Damit wäre uns allen besser geholfen als mit einem schnellen Euro.

  • Erinnert sich noch jemand an den Aufschrei, als Sprit die Ein-Euro-Grenze genackt hat? Ist gerade mal zehn Jahre her.

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