Rohstoffe
Wirkung des Krisengipfels verpufft – Ölpreis zieht weiter an

Ungeachtet der angekündigten Ausweitung der Ölfördermenge sind die Ölpreise nach dem Krisengipfel in Saudi-Arabien am Montag weiter gestiegen. Ein Barrel US-Leichtöl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur August- Auslieferung kostete am Mittag 136,27 Dollar. Das waren 1,75 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag.

HB LONDON/NEW YORK/WIEN. Vor etwa einer Woche hatte der WTI-Preis ein Rekordhoch von 139,89 Dollar erreicht. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im August stieg zum Wochenstart um 1,17 Dollar auf 136,53 Dollar.

Mehrere arabische Golfstaaten hatten am Wochenende in Dschidda Bereitschaft signalisiert, mehr Öl zu fördern als bisher. Gleichwohl wiesen die Förderstaaten die Schuld an den hohen Ölpreisen zurück und warnten vor überzogenen Erwartungen. Verantwortlich für die Preisexplosion beim Rohöl seien die steigende Nachfrage, hohe Steuern in Industrieländern und Spekulationen, hieß es. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) geht nicht von einer baldigen Änderung der Situation aus, auch wenn neben Saudi-Arabien weitere Länder die Produktion steigern wollen, sagte er im ARD-Morgenmagazin.

Der Rohstoffexperte des Hamburgischen WeltWirtschafts Instituts (HWWI), Klaus Matthies, hegt Zweifel, ob sich die Fördermenge des weltweit größten Anbieters Saudi-Arabien rasch spürbar ausweiten lässt. "Ich sehe es eher als Bemühen, denn als ernsthafte Absicht, weil die Mittel fehlen", sagte er in einem dpa-Gespräch. Neue Produktionsanlagen könnten aufgrund des technischen und finanziellen Aufwands nur mittel- und langfristig hinzukommen. Saudi-Arabien habe bis Ende 2009 eine Erhöhung seiner täglichen Fördermenge auf 12,5 Mill. Barrel in Aussicht gestellt, sagte Glos nach dem Gipfel. Noch in diesem Sommer soll sie laut König Abdullah von Saudi-Arabien auf 9,7 Mill. Barrel täglich erhöht werden.

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