Rohstoffhandel
Konjunktureinbruch in Japan drückt Kupferpreis

Der drastische Rückgang des japanischen Bruttoinlandsprodukts hat an den Rohstoffmärkten die Sorge vor einer lang andauernden Nachfrageschwäche verstärkt. Vor allem der Kupferpreis fiel daraufhin zurück. Am Ölmarkt bremste dagegen eine positive Nachfrageprognose der Internationalen Energieagentur den Preisverfall. Der Goldpreis hielt sich auf hohem Niveau.

HB FRANKFURT. Schwache Konjunkturdaten aus Japan haben am Montag die Rohstoffpreise belastet. Vor allem Kupfer verbilligte sich, nachdem die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft für das vierte Quartal einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 3,3 Prozent gemeldet hatte. Damit schrumpft die japanische Wirtschaft so stark wie seit der Ölkrise von 1974 nicht mehr und steckt tiefer als andere Industrieländer in der Rezession. Händler sprachen aber von schwachen Umsätzen, die unter dem Feiertag in den USA (President's Day) litten.

Die trüben Konjunkturaussichten drückten den Kupferpreis um rund drei Prozent auf 3 340 Dollar je Tonne. "Die Nachfrage aus Japan nach Kupfer dürfte in diesem Jahr einbrechen", prognostizierte Analyst Michael Widmer von BNP Paribas. Auch der Anstieg der Kupfer-Bestände, die bei der Londoner Börse gemeldet sind, zeige, wie sehr die Nachfrage sinke. Derzeit betragen die Vorräte rund 523 325 Tonnen und sind damit so hoch wie seit Ende 2003 nicht mehr. Seit Jahresanfang sind sie um über 50 Prozent gestiegen.

Eine Prognose der Internationalen Energieagentur IEA stützte dagegen den Ölmarkt. Laut der IEA könnte im nächsten Jahr mit der wieder anziehenden Konjunktur die Nachfrage nicht genügend befriedigt werden. Der geschäftsführende Direktor der Behörde, Nobuo Tanaka, hatte erklärt, 2010 könnte die Nachfrage wieder um rund eine Million Barrel Öl pro Tag steigen. Sollte der Markt darauf nicht vorbereitet sein, könnte es zu Versorgungsengpässen kommen. Derzeit ist davon allerdings nichts zu spüren. Der hohe Vorrat an US-Leichtöl am Verteilungs-Knotenpunkt in Cushing im US-Bundesstaat Oklahoma hat dazu geführt, dass die US-Premiumsorte WTI deutlich günstiger als das europäische Nordseeöl Brent ist. Das Fass (159 Liter) WTI kostete am Mittag mit 37,50 Dollar etwa so viel wie am Freitagabend. Brent notierte bei 44,70 Dollar ebenfalls kaum verändert.

Der Goldpreis lag mit 941,10 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) leicht über dem Freitagsschluss. Händler rechnen allerdings nach dem Preisanstieg der Vorwoche mit einer Konsolidierung im Wochenverlauf.

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