Rohstoffhandel
Medien: Golf-Staaten wenden sich vom Dollar ab

Der Dollar kommt nicht auf die Beine. Laut einem Medienbericht wollen die Staaten am Golf die Abwicklung des Ölhandels in einigen Jahren auf einen Währungskorb umstellen. Die Bedeutung der US-Währung, die bisher im Rohstoffhandel maßgeblich ist, würde das beschneiden. Am Devisenmarkt rutscht der Dollar in Richtung seines Jahrestiefs. Aus Saudi-Arabien kam inzwischen ein Dementi.

HB DÜSSELDORF. Spekulationen über eine Abkehr der arabischen Staaten vom Dollar als Handelswährung für Öl hat die US-Währung weiter zurückgeworfen. Am Morgen war ein Euro rund 1,4720 Dollar wert und damit nur gut einen Cent weniger als auf dem bisherigen Jahreshoch. Im Vergleich zum japanischen Yen verbilligte sich der Dollar auf weniger als 89 Yen je Dollar. Vor zwei Monaten kostete ein Dollar noch mehr als 96 Yen.

Laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Independent" erwägen die arabischen Golfstaaten einen Ersatz des Dollars als Zahlungsmittel im Rohölhandel. Die arabischen Golfstaaten hätten bereits geheime Gespräche mit China, Russland, Japan und Frankreich geführt, heißt es in dem Bericht auf der Internetseite des "Independent". Anstelle des Dollars solle ein Währungskorb verwendet werden, der unter anderem den japanischen Yen, den chinesischen Yuan, den Euro und Gold enthalten solle.

Der saudische Zentralbankchef Muhammad al-Jasser hat den Zeitungsbericht inzwischen dementiert. Die Geschichte sei "absolut falsch", sagte er am Dienstag. In dem Artikel, der sich auf Aussagen von anonymen Quellen aus den Staaten des Gold-Kooperations-Rates (GCC) und Bankenkreisen in Hongkong stützt, hieß es, dass die Umstellung auf den Währungskorb über einen Zeitraum von neun Jahren erfolgen solle. Auch die geplante neue Einheitswährung der GCC-Staaten, zu denen Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar zählen, solle in dem Währungskorb enthalten sein.

Den Dollar als Abwicklungswährung für Ölgeschäfte zu ersetzen, sollte nach Meinung von Analysten keine Schwierigkeiten bereiten. Diesen Weg geht Iran schon seit einigen Jahren. Die Preisstellung für Öl umzustellen, würde aus Sicht von Experten aber einen gewaltigen Aufwand bereiten. "Ich denke nicht, dass aus diesen Diskussionen irgendwelche konkreten Schritte hervorgehen werden", sagte David Moore, Rohstoffanalyst bei der Commonwealth Bank of Australia, der Nachrichtenagentur Reuters. "Selbst wenn der Dollar schwach ist, heißt das nicht, dass Rohstoffe unterbewertet sind." Tatsächlich sei es so, dass Rohstoffpreise eher stiegen, wenn sich der Dollar abschwäche.

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