Rohstoffhandel
Öl und Gold weiter auf Talfahrt

Sowohl der Öl- als auch der Goldpreis sind am Mittwoch gefallen. Die instabile politische Lage in Griechenland und Spekulationen über ein Ausscheiden aus der Euro-Zone drücken die Kurse in den Keller.
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Der Ölpreis hat am Mittwoch im frühen europäischen Handel seine Talfahrt wieder verstärkt und ist deutlich gefallen.

Ermittelt wurden die niedrigsten Notierungen für Rohöl seit fünf Monaten. Als Grund gilt neben den erneut gestiegenen Lagerbeständen in den USA auch die endgültig gescheiterte Regierungsbildung in Athen. Das hoch verschuldete Euromitglied Griechenland steht damit vor Neuwahlen bereits im kommenden Monat.

Befürchtet wird eine Verschärfung der Schuldenkrise in Europa. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat diese Neuwahlen bereits als Referendum für den Verbleib des Landes im Euro bezeichnet.

„Der Nachfrageverfall hat sich wieder verstärkt und der Markt wird daher auch im nächsten Monat schwach bleiben, bis wir etwas Klarheit haben, was in der Welt geschieht. Die Griechen- Turbulenzen sind ein Problem“, sagte Jonathan Barratt, Herausgeber des Rohstoff-Newsletters „Barratt's Bulletin“ in Sydney.

Der Preis der US-Rohölsorte West Texas Intermediate WTI mit Liefertermin Juni war am Morgen bei 92,19 Dollar je Barrel 1,9 Prozent niedriger. An den ersten beiden Handelstagen der Woche war der Preis bereits um 2,2 Prozent gesunken. Brent-Öl verbilligte sich um 1,2 Prozent auf 110,90 Dollar je Barrel.

In den USA waren die Lagerbestände an Rohöl im der abgelaufenen Woche nach Angaben des privaten American Petroleum Institute API weiter gewachsen. Die offiziellen Daten aus dem Washingtoner Energieministerium werden laut einer Bloomberg- Umfrage ein Plus von 1,8 Millionen Barrel ergeben. Sie werden am Nachmittag MESZ unterbreitet.

Auch der Goldpreis ist den vierten Tag in Folge gesunken. Mit einem Preisrückgang von 20 Prozent gegenüber dem Allzeithoch im September 2011 ist nunmehr ein „Bärenmarkt“ erreicht.

Zunehmende Spekulationen, dass Griechenland aus der Europäischen Währungsunion ausscheiden wird, trieben den Dollarkurs in die Höhe und schwächten den Euro. „Die Leute sagen, Gold hat seine Status als sicherer Hafen verloren“, sagte David Lennox, Rohstoffanalyst bei Fat Prophets in Melbourne. Die Verluste bei Gold würden vom Dollar angetrieben. Die Unze Gold verbilligte sich am Kassamarkt um 0,7 Prozent auf 1.533 Dollar.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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    Seit 16.05 steigen die Heizölpreise wieder um 1 Cent ,daß ist doch die totale Verarschung u. die Preistreiberei wird noch zulegen .

    Die Multis setzen hier auf Marktbeherrschung ,weil sie um keinen Preis den Markt aufmischen wollen .
    Sie sind die Preistreiber die die Länder in die Inflation
    treiben .

    Alles teurer u. teurer wegen überteuerter Energiepreise .
    Die Politik sollte eine Energiepreisbremse durchsetzen .
    Ganze Länder /Industrien/Verbraucher werden in den Bankrott getrieben .

    Die Multis wollen die Marktbeherrschung . Benzin , Diesel,
    Heizöl sind zu einem Luxusgut verkommen ,daß unbezahlbar
    wird .

    Die Zeit wird kommen ,wo eine staatliche Enteignung
    greifen muß !

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  • Die Leute sagen, Gold hat seine Status als sicherer Hafen verloren, sagte David Lennox, Rohstoffanalyst bei Fat Prophets in Melbourne und auch ein Herr Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Die richtigen Experten sollte wissen, dass Rohstoffen keine Kapitalanlagen sind. Wenn man mit Gold wie die Bundesbank umgeht, verliert jeder Anleger das Interesse, Gold zu kaufen. Da sind auch die Experten daran schuld, weil keiner mitder Wahrheit herausrückt. Alle wollen nur Gold verkaufen, aber unter falschen Beratungen und Voraussetzungen. Wenn man bedenkt, dass Deutschland noch nie über ihre angeblichen und eigenen Goldreserven verfügen konnte, was Tatsache ist. Hierzu sollte auch ein sogenannter Experten die Wahrheit nicht verschweigen. Es ist aber auch ein absoluter Unsinn zu glauben, dass Deutschland noch über ca. 133 Milliarden Euro an Goldreserven verfügt. Warum verweigert sich die Bundesbank der Überprüfung der tatsächlichen Goldbestände? Weil das Gold nicht mehr da ist. Die Bundesbank widersetzt sich der Forderung des Rechnungshofs, eine Inventur durchzuführen. Der Rechnungshof ist sogar verpflichtet, eine jährliche Inventur durchzuführen. Deutschland hat seit der 60er Jahre kein Gold mehr aufgekauft. Alle Regierungen, die über ernorme Goldreserven verfügen, haben bereits damit begonnen, ihre Bestände zu verkleinern. Man sollte sich die asiatischen Börsen ansehen, welche Mengen an Gold dort seit November 2011 im Handel waren. Alle Angaben der Regierungen über deren Goldmengen stimmen überhaupt nicht. Der Goldpreis wird noch in diesem Jahr die $ 900,00 Grenze erreichen. Die bekannten Goldreserven der einzelnen Staaten ist also der blanker Unsinn? Also alles nur Spekulationen.

  • @Der_Henker
    Würden Sie Ihr Heizöl in US$ bezahlen, wäre der Preis zurückgegangen. Weil der EUR ebenfalls fällt, merkt man an der Tankstelle und beim Goldhändler natürlich nichts. Die Überschrift müßte korrekt heissen "Öl, Gold und Euro auf Talfahrt"

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