Rohstoffmärkte: Öl und Gold billiger, Kakao auf 32-Jahres-Hoch

Rohstoffmärkte
Öl und Gold billiger, Kakao auf 32-Jahres-Hoch

Der Machtkampf im weltweit wichtigsten Exportland, der Elfenbeinküste, lässt die Kakao-Preise in die Höhe schießen. Die Hoffnung auf eine Lösung in Libyen dagegen sorgt am Rohöl- und Edelmetall-Markt für Entspannung.
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FrankfurtDer Machtkampf im weltweit wichtigsten Exportland Elfenbeinküste hat Kakao am Donnerstag weiter verteuert. Der US-Kontrakt war mit einem Plus von bis zu 1,7 Prozent auf 3.726 Dollar je Tonne so teuer wie seit Januar 1979 nicht mehr. Der in London gehandelte Future zog um ebenfalls 1,7 Prozent auf 2385 Pfund Sterling je Tonne an. "Wenn sich die Auseinandersetzung weiter hinzieht, gehen die Probleme erst richtig los", warnte ein Börsianer. Er rechne für die Saison 2011/2012 mit einer rückläufigen Kakao-Ernte in der Elfenbeinküste. In dem Land kämpfen Amtsinhaber Laurent Gbagbo und der international anerkannte Sieger der Präsidentenwahl vom vergangenen November, Alassane Ouattara, um die Macht. Nach Aussagen zweier Zeugen und von Sicherheitskreisen wurden am Donnerstag mindestens sechs Ouattara-Anhängerinnen von Uniformierten erschossen.

Die Hoffnung auf einen Friedensplan für Libyen sorgte unterdessen für Entspannung am Rohöl- und am Edelmetall-Markt. Ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte WTI kostete mit 101,67 Dollar 0,6 Prozent weniger als am Mittwoch. Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 115,42 Dollar. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold kostete 1427,70 Dollar und lag damit rund 13 Dollar unter dem Rekordhoch (1440,10 Dollar) vom Vortag. Für die Analysten der Commerzbank sind die aktuellen Kursverluste aber nur vorübergehend. "Es ist zweifelhaft, ob sich die Aufständischen in Libyen auf Verhandlungen mit Staatschef Muammar Gaddafi einlassen werden, wie es der Plan des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez vorsieht." Außerdem sei die Gefahr eines Übergreifens der Proteste auf andere ölfördernde Staaten der Region keineswegs gebannt.

Bei den Agrar-Rohstoffen profitierte Palmöl Börsianern zufolge von der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage in China. Der in Kuala Lumpur gehandelte Mai-Kontrakt verteuerte sich um bis zu 1,6 Prozent auf 3648 Ringgit (867 Euro) je Tonne. "Die geplante Senkung der Importzölle untermauert die Markterwartung einer starken chinesischen Nachfrage", sagte ein Händler. "Sollte aber nur Sojaöl von den Steuererleichterungen profitieren, werden wir einen Ausverkauf bei Palmöl sehen." Sänken die Abgaben auf Palmöl, seien Preis-Aufschläge von mindestens 100 Ringgit möglich. Die chinesischen Sojaöl-Futures zogen um bis zu 1,6 Prozent auf 10 450 Yuan (1146 Euro) je Tonne an. Der US-Kontrakt notierte kaum verändert bei 58,21 US-Cent je Pfund.

Kupfer kostete mit 9.900 Dollar je Tonne ungefähr so viel wie am Vortag. Die Unruhen in der arabischen Welt trübten derzeit etwas die Stimmung der Anleger, sagte Analyst Guo Yong von Jinrui Futures. Dank der positiven Aussichten für die Weltkonjunktur könne mittelfristig aber mit weiteren Kursgewinnen gerechnet werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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