Rohstoffmärkte
Öl und Gold schwanken mit den Devisenkursen

Der Blick der Investoren an den Rohstoffmärkten ist zurzeit vor allem auf die Entwicklung der Devisenkurse gerichtet. Fällt der Dollar, steigen Hand in Hand die Preise von Gold und Öl und umgekehrt. Eine enge Verbindung besteht sogar zur Entwicklung der Welt-Aktienmärkte. Doch diese Korrelationen bergen auch einiges Rückschlagpotenzial.

DÜSSELDORF. "Alle Märkte weisen eine verblüffende Korrelation auf", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank, mit Blick auf die verschiedenen Anlageklassen. So einheitlich hätten sich Aktienkurse und Öl seit den 70-er Jahren nicht mehr entwickelt. Weinberg erklärt diese enge Verbindung mit der starken Liquidität und der insgesamt optimistischen Stimmung. Der Goldpreis kletterte dadurch zeitweise auf über 970 Dollar je Unze (31,1 Gramm) und ein Barrel Öl (159 Liter) kostete in Europa zwischenzeitlich wieder 75 Dollar. Sollte die US-Währung aber wieder zulegen, "könnte das den gesamten Rohstoffbereich unter Druck bringen", warnt Weinberg.

Die starke Abhängigkeit der Rohstoffe vom Dollar zeigt sich besonders im Goldpreis. "Die Investmentnachfrage stagniert, beziehungsweise geht sogar leicht zurück", sagt Gabor Vogel, Senior-Rohstoffanalyst der DZ Bank. Getrieben werde der Preis also neben ersten Erwartungen einer steigenden Inflation durch die Entwicklung des Dollars. Ein Grund dafür sei, dass die meist in Dollar gehandelten Rohstoffe bei einer schwächeren US-Devise für Käufer aus dem Nicht-Dollar-Raum günstiger werden. Zudem werden Rohstoffe von Investment-Profis als Dollar-Hedge, also zur Absicherung von Währungsverlusten eingesetzt.

"Gold dient als eine Art Gegenwährung zum Dollar", bestätigt Thorsten Proettel, Edelmetallspezialist der Landesbank Baden-Württemberg. Besonders in den USA suchten die großen Investoren einen Ausgleich für den schwächeren Dollar. "Die privaten Anleger steigen hingegen zum Teil aus dem Gold aus", sagt Proettel.

Unterstützung hat der Goldpreis zum Wochenende auch durch die Notenbanken erhalten. 19 der europäischen Institute haben sich zum 27. September auf ein neues Goldabkommen geeinigt. Demnach können die Notenbanken über die nächsten fünf Jahre bis zu 2 000 Tonnen Gold, also jährlich 400 Tonnen des Edelmetalls verkaufen, teilte die EZB mit. Im nun auslaufenden Abkommen war der Verkauf von 500 Tonnen möglich. Positiv wertet DZ-Experte Vogel das neue Abkommen: "Es schafft Transparenz über die offiziellen Goldverkäufe, der Markt kann sich darauf vorbereiten."

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