Rohstoffmärkte
Ölpreis klettert wieder über 70 Dollar

Erneute Ausschreitungen in Nigeria und anhaltende Sorgen wegen des Atomprogramms des Iran haben den Ölpreis am Montag über 70 Dollar steigen lassen. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 65 Cent auf 70,07 Dollar je Fass. Leichtes US-Rohöl der Marke WTI kostete 65,25 Dollar und damit 31 Cent mehr je Fass.

HB FRANKFURT. In Nigeria haben Rebellen eine Anlage des französischen Ölkonzerns Total angegriffen, die nach Konzernangaben aber stillgelegt ist. Nigeria ist der wichtigste afrikanische Öllieferant. Gewaltsame Ausschreitungen haben immer wieder Lieferkürzungen zur Folge.

Aus dem Iran hieß es am Wochenende, das Land habe mit dem Bau des ersten Atomkraftwerks begonnen. Diese Aussagen eines hohen offiziellen Vertreters des Landes haben die Spannungen mit dem Westen wieder erhöht.

WTI hat seinen Status als Benchmark für den weltweiten Ölpreis aktuell eingebüßt, da die Preisentwicklung seit einigen Wochen deutlich von der anderer Ölsorten abweicht. Ausschlaggebend für den zuletzt vergleichsweise geringen Preisanstieg bei WTI war ein Überangebot am Handelspunkt Cushing in Oklahoma in den USA, wie Rohstoff-Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank erklärte. Raffinerieausfälle und ungewöhnlich lange Wartungsphasen hätten zu einer geringeren Nachfrage geführt. Gleichzeitig seien die kanadischen Exporte überhöht gewesen. Dementsprechend sei der WTI-Preis im Vergleich zu Brent deutlich weniger gestiegen.

Gold wurde ebenfalls höher gehandelt, die Feinunze wechselte zu 660 Dollar den Besitzer. „Auf Jahressicht sehe ich den Goldpreis nach wie vor am steigen, aber jetzt rücken die Sommermonate näher, und normalerweise ist Gold in dieser Saison nicht besonders gefragt“, sagte Rohstoff-Experte Michael Widmer von der Calyon Corporate and Investment Bank.

Kupfer verteuerte sich auf 7350 Dollar je Tonne und machte damit die Verluste von Ende vergangener Woche teils wieder wett. Die Zinserhöhung in China hatte Wachstumsängste ausgelöst und damit auch Sorgen über eine sinkende Nachfrage aus einer der größten Volkswirtschaften der Welt.

Der Reuters-Rohstoffindex startete kaum verändert bei 313 Punkten in den Handel.

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