Rohstoffmärkte
Ölpreis rutscht weiter ab

Die Pause währte nur kurz, dann setzte der Ölpreis seinen Abstieg im Laufe des Donnerstags fort. Schuld sind vor allem schwache Konjunkturdaten aus den USA sowie eine deutlich gesunkene Nachfrage.
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SingapurMit schwachen Konjunkturdaten aus den USA hat sich am Donnerstag der deutliche Ölpreisverfall nach einer kurzen Pause fortgesetzt. Damit läuft der Ölpreis in diesem Mai auf den schwächsten Monat seit 2008 zu.

Mehr Amerikaner als erwartet hatten in der letzten Woche Anträge auf Arbeitslosenunterstützung gestellt, was als negative Indikation für den monatlichen Arbeitsmarktbericht am Freitag gilt. Überdies war die US-Wirtschaft im ersten Quartal weniger stark gewachsen als die vorläufigen Zahlen signalisiert hatten. Die Stimmung wurde zudem gedrückt von der Schuldenkrise in Europa und der Aussicht auf eine weiterhin gedämpfte Nachfrage für den fossilen Energieträger.

Am Vorabend in New York hatte der Ölpreis auf Basis der Qualität WTI einen so genannten „Bärenmarkt“ erreicht und liegt 20 Prozent unterhalb des Jahreshochs. Der Ölpreis der Sorte WTI mit Liefertermin im Juli war zuletzt bei 86,41 Dollar je Barrel 1,6 Prozent schwächer. Brent-Öl war bei 101,92 Dollar je Barrel um 1,4 Prozent leichter.

„Die Arbeitslosenzahlen und die BIP-Daten formieren für die gesamten Märkte ein negatives Bild“, stellte Partner John Kilduff von Again Capital LLC fest. Die Hedgefondsgesellschaft aus New York ist auf Rohstoffe spezialisiert. Kilduff fügte an: „Auch die wieder verschärfte Lage in Europa hat das Vertrauen in die Märkte ebenso gedämpft wie die Nachfrage“.

Auch die jüngsten Lagerbestandsdaten aus dem Washingtoner Energieministerium bestätigten den Trend einer weiter sinkenden Nachfrage für Rohöl in den USA, dem größten Konsumenten auf dem Weltmarkt. Mit einem Plus von 2,21 Mill. Barrel wurde das höchste Niveau seit 1990 erreicht. Erwartet wurde ein Wachstum von einer Mill. Barrel auf 338,5 Mill. Barrel.

Die Feinunze Gold bewegte sich bei 1.558,22 Dollar um 0,3 Prozent abwärts. Auf Monatssicht bewegt sich Gold auf die längste anhaltende Talfahrt seit 1999 zu. Für den Mai steuert der Goldpreis auf ein Minus von mehr als sechs Prozent zu. Es wäre das vierte Mal in Folge im Monatsvergleich, dass das Edelmetall nachgibt.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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