Rohstoffmärkte
Ölpreise auf Drei-Jahres-Tief

Die verschärfte Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten hat die Ölpreise am Donnerstag auf ein Drei-Jahres-Tief sinken lassen. Hintergrund: Angesichts der drohenden Rezession verlagern die USA den Schwerpunkt ihres ursprünglich zur Rettung des Bankensystems vorgesehenen Krisenprogramms.

HB NEW YORK/LONDON/WIEN. So kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember in New York zeitweise nur 54,67 Dollar. Noch billiger war die Nordsee-Sorte Brent, deren Preis in London auf bis zu 50,60 Dollar pro Fass sank. Weniger hatte Rohöl zuletzt im Oktober 2005 (WTI) beziehungsweise im Juni 2005 (Brent) gekostet.

Im weiteren Handelsverlauf erholten sich die Ölpreise wieder etwas. US-Rohöl kostete am frühen Nachmittag 56,75 Dollar pro Barrel und damit 59 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Ein Fass Brent wurde zuletzt mit 52,64 Dollar gehandelt (plus 32 Cent). Händler begründeten die drastischen Preisabschläge vor allem mit den sehr schwachen Aktienmärkten und Sorgen vor einem Nachfrage- Einbruch. Untermauert wurden diese Bedenken durch die jüngsten Prognosen des US-Energieministeriums. Demnach wird für das laufende Jahr erstmals seit 1980 wieder ein Rückgang des Ölverbrauchs in den Vereinigten Staaten erwartet.

Die Preise für OPEC-Rohöl hatten zuvor ebenfalls deutlich ins Minus gedreht. Zum ersten Mal seit Januar 2007 war der sogenannte Korbpreis am Mittwoch mit 49,94 US-Dollar unter die 50-Dollar-Marke gesunken - laut OPEC der niedrigste Stand seit 22 Monaten. Die Organisation berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Mitgliedsländer.

Unterdessen nahm die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognosen für die Ölnachfrage wegen der taumelnden Konjunktur abermals zurück. In diesem Jahr werde die Nachfrage um gerade einmal 0,1 Prozent auf 86,2 Millionen Barrel pro Tag steigen, erklärte die IEA am Donnerstag in Paris in ihrem monatlichen Marktausblick. Das sind täglich 330 000 Barrel weniger als bislang erwartet. Für das kommende Jahr senkten die IEA-Experten ihre Voraussage um 670 000 Barrel pro Tag. Besonders groß sei die Unsicherheit mit Blick auf China, das bisher ein Hauptmotor der Öl-Nachfrage gewesen sei.

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