Rohstoffmarkt: Chinesen lieben Diamanten

Rohstoffmarkt
Chinesen lieben Diamanten

Die Diamantennachfrage könnte bald das Angebot klar übersteigen. Grund sind die vielen Käufer aus China, Indien und Russland. Doch zuletzt hat sich die Stimmung eingetrübt. Dies liegt vor allem an den stark gestiegenen Kosten der kapitalintensiven Schleifindustrie.

KAPSTADT. Im südafrikanischen Berg-Königreich Lesotho wurde in der Letseng-Mine Anfang Februar ein Super-Diamant gefunden. Nach Angaben der Regierung soll der lupenreine Edelstein ein Gewicht von 216 Karat haben. Doch auch dieser Riesenfund wird kaum zu einer Entspannung des Marktes beitragen. Denn schon seit Jahren werden mehr Diamanten gekauft als gefördert. Vor allem die Nachfrage in Wachstumsmärkten wie Indien, China und Russland boomt.

Doch zuletzt hat sich die Stimmung am Diamantenmarkt eingetrübt. Dies liegt vor allem an den stark gestiegenen Kosten der kapitalintensiven Schleifindustrie. Nach Angaben des weltweit größten Diamantenförderers De Beers leiden die Schleifer und andere Verarbeiter zunehmend unter den gestiegenen Kosten von Gold und Platin. Dies erklärt, weshalb De Beers Verkäufe von Rohdiamanten erstmals seit der Jahrtausendwende leicht fielen: Insgesamt gingen sie von ihrer Rekordmarke von 6,54 Mrd. Dollar im Jahr 2005 um sechs Prozent auf 6,15 Mrd. Dollar zurück.

Der Rückgang beruht zudem laut De Beers auf den geringeren Diamantenaufkäufen in Russland; dies hatte die Europäische Union im vergangenen Jahr aus wettbewerbsrechtlichen Gründen bis 2009 zur Auflage gemacht. Die bereits knappe Angebotslage am Markt wurde dadurch ebenso verschärft, wie durch die Produktionsausfälle in der südafrikanischen Großmine Venetia. Daran ändert auch nichts, dass De Beers seine Förderung an Rohdiamanten 2006 auf den Rekordwert von 51,1 Mill. Karat hochgeschraubt hat.

Diamantenexperten warnen bereits seit längeren davor, dass die Nachfrage das Angebot in den nächsten Jahren klar übersteigen wird. Denn trotz der ständig wachsenden Nachfrage liegt die Entdeckung der letzten großen Diamantenmine mittlerweile 15 Jahre zurück. Auf der Nachfrageseite sind dagegen verstärkt Käufer aus den Wachstumsmärkten wie Indien, China und Russland aktiv. Allein China hat seine Diamantenkäufe seit 2001 verdoppelt und verzeichnete auch 2006 erneut einen Anstieg von zehn Prozent. Chinesen stellen ihren Reichtum zwar gern zur Schau, schrecken aber vor protzigem Goldschmuck zurück.

Angesichts der hohen Nachfrage dürfte in den nächsten Jahrzehnten wenig das positive Gesamtbild trüben, meint der Edelmetallexperte James Picton vom Wertpapierhaus WH Ireland. Mit einem größeren Rückschlag sei schon deshalb nicht zu rechnen, weil die Förderung der Diamantenminen bis zum Jahr 2015 voraussichtlich um rund zwei Prozent fallen werde.

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