Rohstoffmarkt
Der Preisrutsch ist zu Ende

An den Rohstoffmärkten gab es jahrelang nur eine Richtung: Abwärts. Nun haben sich die Märkte gefangen. Doch das Preisniveau ist immer noch moderat, so dass der Endverbraucher wenig von den anziehenden Preisen bemerkt.
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HamburgDer jahrelange Preisverfall für Rohstoffe hat im Jahr 2016 sein Ende gefunden. Zum Jahresbeginn hatte der Preisindex für Rohstoffe, den das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut HWWI ermittelt, noch den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren erreicht. Das lag auch am Ölpreis, der ungefähr gleichzeitig seinen Tiefpunkt markierte und im Gesamtindex einen beträchtlichen Anteil hat. Aber auch die Preise für Industrie- und Agrarrohstoffe lagen im Januar am Boden. Seitdem haben sich die Preise deutlich erholt.

Nicht nur Öl und Gas wurden in diesem Jahr wieder teurer, sondern auch Rohstoffe wie Eisenerz, Metalle wie Kupfer, Aluminium oder Zinn und Agrargüter wie Kaffee und Kakao. So stieg zum Beispiel der HWWI-Preisindex für Nahrungs- und Genussmittel im Laufe des Jahres von 92 auf 105, für Agrarrohstoffe von 89 auf 105, für Industrierohstoffe von 83 auf 110 und für Eisenerz und Stahlschrott von 74 auf 125. Allein der Eisenerzpreis verdoppelte sich innerhalb eines Jahres von 40 auf 80 Dollar je Tonne.

Die Märkte wurden von dieser Entwicklung teilweise überrascht und hatten den Aufschwung in dieser Form nicht erwartet. Nun hat jeder Rohstoff seinen eigenen Markt und spezielle Faktoren auf der Angebot- und Nachfrageseite, die bei der Preisfindung eine Rolle spielen. Doch in vielen dieser Märkte spielte ein Überangebot eine Rolle, beflügelt durch einen Investitionsboom zu den Zeiten hoher Rohstoffpreise. „Die Zyklen an den Rohstoffmärkten sind lang“, heißt es in einer Analyse der Deka-Bank.

Nun wendet sich das Blatt. In den vergangenen fünf Jahren haben die Rohstoffkonzerne kaum in die Erschließung neuer Vorkommen investiert. Die Investitionslücke macht sich nun in einem schwächeren Angebot bemerkbar. Die Nachfrage steigt aber dennoch weiter, so dass Angebot und Nachfrage sich langsam wieder annähern.

Für 2017 erwarten die meisten Marktbeobachter und Analysten eine weitere Stabilisierung der Rohstoffmärkte, aber nicht unbedingt einen ähnlich ausgeprägten Preisanstieg wie in diesem Jahr. Viel hängt davon ab, wie sich die Weltkonjunktur entwickelt.

Der Verbraucher in Deutschland muss die Rohstoffe mitbezahlen, denn sie stecken in jedem Industrieprodukt. Bislang haben sich die steigenden Rohstoffpreise aber nicht in einer höheren Inflationsrate bemerkbar gemacht. Zum einen machen die Rohstoffkosten nur einen überschaubaren Anteil an den Endverbraucherpreisen aus. Und zum anderen sind sie immer noch deutlich niedriger wie noch vor einigen Jahren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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