Rohstoffmarkt
Fed-Geld kurbelt Preise an

Der Rohstoffmarkt bewegt sich: Die Gold- und Kupferpreise steigen. Brent-ÖL kostet mehr als 116 Dollar pro Barrel. Grund ist die Hoffnung auf Geld von der US-Notenbank Federal Reserve. Die will zum dritten Mal helfen.
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FrankfurtDie Hoffnung auf frisches Geld von der US-Notenbank hat die Preise an den Rohstoffmärkten am Donnerstag angetrieben. Edelmetalle waren so teuer wie seit Monaten nicht mehr, nachdem der Handel zuletzt größtenteils in ruhigen Bahnen verlaufen war. Auch Kupfer und Öl wurden mit deutlichen Aufschlägen gehandelt. Die Federal Reserve will der lahmen US-Wirtschaft voraussichtlich schon ziemlich bald mit einer weiteren Geldspritze auf die Sprünge helfen. Wie aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll des Offenmarktausschusses hervorging, halten die meisten Notenbanker einen solchen Schritt für nötig, falls sich die Wirtschaftslage nicht abrupt verbessert.

Es wäre das dritte Mal seit der Finanzkrise 2008, dass die Fed die Geldschleusen öffnet (Quantitative Easing 3). Anleihekäufe und ähnliche Maßnahmen der Notenbank lassen die Rohstoffpreise steigen, weil Investoren das zur Verfügung gestellte Geld gern in diese als etwas riskanter geltende Anlageklasse stecken. Zudem dürfte ein solcher Schritt den Dollar unter Druck setzen, was die in der US-Währung abgerechneten Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raumes billiger macht. Außerdem könnte durch QE3 - so die Hoffnung der Fed - die Konjunktur anspringen und die Nachfrage nach Rohstoffen steigen.

Im Fall von Gold rechnen Börsianer zudem mit einer steigenden Nachfrage, weil Anleger das Edelmetall als Absicherung gegen eine steigende Inflation nutzen, mit der im Zuge der Fed-Maßnahmen gerechnet wird. "Die Protokolle wurden vom Markt als positives Zeichen aufgenommen, dass die Fed den Weg weiter Richtung geldpolitischer Lockerung beschreitet", sagte Rohstoffstratege Nick Trevethan von ANZ in Singapur. Er verwies zudem auf den HSBC-Einkaufsmanagerindex für China, der im August auf 47,8 Punkte nach 49,3 Zählern im Vormonat absackte. "Der recht schwache Index schürt die Hoffnung, dass auch in China die Geldpolitik weiter gelockert wird."

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  • "...hat die Preise an den Rohstoffmärkten am Donnerstag angetrieben."

    ...man könnte es auch einfach INFLATION nennen?

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