Rohstoffmarkt
Goldpreis stagniert, Öl wird billiger

Die Anleger halten sich auf den internationalen Rohstoffmärkten zurück. Weder beim Gold- noch beim Ölpreis gab es am Mittwoch große Bewegungen.
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FrankfurtAn den internationalen Rohstoffmärkten haben sich die Anleger am Mittwoch bedeckt gehalten. Die leichte Erholung der Preise am Vortag sei vermutlich nicht nachhaltig, sagte ein Börsianer. Mit Hoffen und Bangen schaue man auf die Aktienmärkte, die sich zuletzt zwar von der österlichen Talfahrt wieder etwas erholt hatten.

Doch schon am Mittwoch ging es in Europa mit den meisten Kursen wieder nach unten. Wie Aktien gelten Rohstoffe generell als riskant. Verstärkt sich also die Risikoscheu der Anleger, geben die Preise auf den Rohstoffmärkten meist nach.

Vom Anstieg der Aktienkurse in Asien konnte am Rohstoffmarkt aber noch der Kupferpreis profitieren, der bis zu knapp ein Prozent auf 8125 Dollar je Tonne zulegte. Bis zum späten Vormittag gab Kupfer aber schon wieder den größten Teil seines Gewinns ab und lag mit 8063,75 Dollar nur noch 0,2 Prozent im Plus.

Beim Gold gab es dagegen kaum Bewegung. „Der Goldpreis hängt momentan etwas im luftleeren Raum“, erklärten die Analysten der Metzler Bank. Der Preis verharrte bei 1647,10 Dollar je Feinunze. Ein nachhaltiger Kurzfristtrend sei nur schwer auszumachen, fügten die Experten hinzu.

„Bei Betrachtung auf Monatsbasis muss sich der langfristige, seit 2008 bestehende Aufwärtstrend, der aktuell bei rund 1612 Dollar je Feinunze verläuft, nun beweisen.“ Ein Unterschreiten zum Monatsende wäre ein weiteres negatives Signal, zumal Gold seit 2000 nicht mehr drei Monate in Folge im Minus geschlossen habe.

Beim Öl setzte sich der uneinheitliche Trend bei Nordseeöl und US-Leichtöl fort, der mit der Richtungsumkehr einer wichtigen Pipeline in den USA zusammenhängt. Voraussichtlich ab Mitte Mai soll Öl vom Verteilknotenpunkt Cushing in Oklahoma auch nach Süden zum Golf von Mexiko gepumpt werden können. Damit könnten die Überbestände an Öl in Cushing abfließen.

„Mit der Aussicht auf einen Abbau des lokalen Überangebots verringert sich auch die Notwendigkeit des massiven Preisabschlags von WTI gegenüber Brent“, stellt die Commerzbank in ihrem Tageskommentar fest. So verbilligte sich Brent um 0,5 Prozent auf 118,18 Dollar je Fass (159 Liter), WTI kostete dagegen mit 104,38 Dollar geringfügig mehr als am Vorabend.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es stimmt nicht ganz, dass sich die Anleger an den internationalen Rohstoffmärkten am Mittwoch bedeckt gehalten haben.
    Der Goldhandel in Asien war sehr stabil, hat aber ein Anwärtstrend gezeigt. China hat in den letzten Tagen sehr viel Gold verkauft, deshalb ist auch der Goldpreis in Europa gesunken. Die Zeiten der Spekulationen, "Gold als sichere Anlage" sind längst vorbei, weil auch grosse Goldnationen ihre Goldvorräte senken werden. Der Goldpreis wird noch dieses Jahr unter der Marke von 1.000,00 Euro fallen. Es ist keine Goldblase, sondern eine martgerechte Orientierung nach Angebot und Nachfrage. Derzeit ist das Angebot leider höher und somit keine Spielwiese für Spekulanten.

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