Rohstoffmarkt
Öl erreicht neuen Rekord von über 103 Dollar

Der Ölpreis eilt von Rekord zu Rekord - trotz steigender Lagerbestände und Konjunktursorgen. Am Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) kurzzeitig 103,05 Dollar. Für den anhaltenden Run auf den Rohstoff gibt es gleich mehrere Gründe.

HB HAMBURG/NEW YORK. Händler führten den erneuten Anstieg auf die andauernde Dollarschwäche und eine Äußerung von US-Notenbankchef Ben Bernanke zurück, nach der die Notenbank zur Unterstützung der Wirtschaft weiter auf Zinssenkungen setzen werde.

Niedrige US-Zinsen drückten den Dollarkurs noch weiter, und Rohöl bietet Investoren eine inflationssicher Anlage-Alternative, was den Preis treibt. Energie-Analyst Victor Shum von Purvin & Getz warnte vor einer Preisblase am Ölmarkt. Er erinnerte daran, dass die US-Lagerbestände an Rohöl seit sieben Wochen in Folge gestiegen seien. Gleichzeitig droht eine Rezession, die üblicherweise zu weniger Ölverbrauch führt. Außerdem steht das Frühjahr vor der Tür, traditionell die Jahreszeit mit dem niedrigsten Ölverbrauch. Daher drohe eine scharfe Korrektur der Preise, sagte Shum. Nach dem Rekordpreis ging der Ölpreis wieder leicht auf 102,02 Dollar zurück. Die japanische Regierung forderte die Länder der Organisation Öl exportierender Länder (Opec) zu einer höheren Förderung auf.

Der Dollar war in der Nacht auf Donnerstag auf einen neuen Tiefstand zum Euro gefallen. Für einen Euro gibt es inzwischen 1,52 Dollar.

Der schwache Dollar schützt die Verbraucher in Deutschland noch vor der ganzen Wucht der steigenden Ölpreise: Benzin kostete nach Erhebungen des Fachdienstes EID im Schnitt 1,42 Euro pro Liter, zwei Cent über der Vorwoche, aber zwei Cent unter den Höchstständen, Diesel kostete auch mehr, lag aber mit 1,32 Euro fünf Cent unter Höchstpreisen. Die Heizölpreise gaben nach einem Rekord von über 77 Cent in der Vorwoche leicht nach.

Der Ölpreis wird seit Jahren vom steigenden weltweiten Verbrauch in die Höhe getrieben, vor allem der Boom in China sorgt für kräftige Nachfrage. Gleichzeitig stützen viele geopolitische Sorgen den hohen Ölpreis: Spannungen zwischen dem Westen und dem Groß-Förderer Iran, Unruhen und Attentate im ölreichen Irak, Rebellenangriffe auf Pumpanlagen in Nigeria.

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