Rohstoffmarkt
Ölpreis bleibt unter Druck

Obwohl die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ihre Förderung am Freitag angesichts des rasanten Ölpreisverfalls senken dürfte, bleibt der Preis für Rohlöl auch am heutigen Donnerstag weiter rückläufig. Der Preis für ein Barrel der Referenzsorte Light Sweet Crude notiert mittlerweile so niedrig wie seit Juni 2007 nicht mehr.

HB NEW YORK/FRANKFURT. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) dürfte ihre Förderung am Freitag angesichts des rasanten Ölpreisverfalls senken, worauf nicht zuletzt sehr direkte Ankündigungen ranghoher Offizieller des Kartells hindeuten.

So sagte Opec-Präsident Chakib Khelil am Donnerstag in Wien, eine Fördersenkung werde sicher beschlossen werden. Um wie viel, das werde Gegenstand der Beratungen sein. Ein Barrel der leichten schwefelarmen Sorte LSI kostete am späten Donnerstagnachmittag 65,90 US-Dollar und damit deutlich weniger als am Vortag. Im Sommer hatte der Ölpreis mit etwas mehr 147 US-Dollar ein Allzeithoch verzeichnet.

Bereits im Vorfeld der offiziellen Gespräche hatten wie üblich die Vertreter Irans und Venezuelas Fördermengensenkungen gefordert. So sagte Irans Ölminister Hussein al-Shahristani, dass sich voraussichtlich alle Opec-Mitglieder für einen solchen Schritt aussprechen dürften.

Zugleich kündigte der Iraner an, die für das kommende Jahr geplanten Öl-Projekte seines Landes zu überdenken. Wegen des niedrigeren Ölpreises sei eine Überprüfung der Projekte auf ihre Rentabilität nötig, sagte er.

Der venezolanische Ölminister Rafael Ramirez forderte eine sofortige und "deutliche" Reduzierung der Opec-Förderung. Es müsse eine Überversorgung vermieden werden, weil es ansonsten 2009 zu einem Preiskollaps kommen würde, sagte er. Zudem solle die Opec die Versorgungssituation im Dezember erneut prüfen. Das nächste Opec-Meeting ist für 17. Dezember angesetzt. Dow Jones Newswires sagte der Venezolaner, sein Land brauche mindestens einen Ölpreis von 80 USD, damit sich eine Ausweitung der Förderkapazitäten lohne.

Wie üblich etwas moderater klang der Vorschlag des katarischen Delegierten Hamad Al Attiyah, der eine Senkung der täglichen Förderung um 1 Mio Barrel anregte. Es sei möglich, dass sich die Opec auf eine schrittweise Reduzierung ihres Outputs einigen werde, sagte Al Attiyah in Wien. Es gehe der Opec nicht um einen Ölpreisanstieg, sondern um eine Stabilisierung des Markts.

Opec-Präsident Khelil forderte zudem die nicht der Opec angehörenden großen Ölproduzenten auf, ihre Förderung zu reduzieren. Er erwarte, dass die Opec Russland, Mexiko und Norwegen hierzu offiziell auffordern werden, sagte der Algerier. Khelil warnte auch, dass ein anhaltend niedriger Ölpreis die Ölsandförderung in der kanadischen Provinz Athabasca gefährden könnte. Die Produktion dort brauche einen Ölpreis von 90 US-Dollar, sagte der Opec-Präsident. Ein solches Preisniveau gefährde das Weltwirtschaftswachstum nicht, fügte er hinzu.

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