Rohstoffmarkt
Ölpreise ziehen wieder an

dpa-afx NEW YORK/LONDON/WIEN. Die Ölpreise haben sich am Freitag teilweise von ihren starken Vortagesverlusten erholt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Septemberauslieferung stieg um 45 Cent auf 74,45 Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Septemberauslieferung wurde mit 75,84 Dollar gehandelt. Das waren 56 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag.

Der Ölpreis sei gestiegen, nachdem sich abgezeichnet habe, dass der Luftverkehr nicht nachhaltig unter den vereitelten Terroranschlägen zu leiden habe, sagten Händler. Die Ölmärkte hätten "sehr stark" auf die geplanten Anschläge auf eine Reihe von Passagierflugzeugen reagiert." Allerdings hätten die Investoren "reflexartig" reagiert. Am Vortag war der Ölpreis zeitweise mehr als zwei Dollar gefallen. Gestiegen sei der Ölpreis am Freitag jedoch auch auf Grund von anhaltenden Kämpfen im Libanon.

Der Ölmarkt kann nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) den Ausfall des größten amerikanischen Ölfeld Prudhoe Bay in Alaska verkraften. "Bislang kann der Markt die derzeitigen Ausfälle bewältigen", teilte die IEA mit. Der Puffer sei allerdings gering.

Der britische Ölkonzern BP hatte wegen gravierender Schäden an der Ölpipeline am Sonntag damit begonnen, die Produktion am Prudhoe Bay zu reduzieren. Entgegen ursprünglichen Meldungen wolle der Konzern den westlichen Teil des Ölfeldes in Alaska weiterhin in Betrieb halten, sagten Konzernvertreter am späten Donnerstagabend (Ortszeit). Eine endgültige Entscheidung sei aber frühestens Anfang kommender Woche zu erwarten.

Am Donnerstag seien noch etwa 140 000 Barrel (je 159 Liter) auf dem Ölfeld gefördert und abtransportiert worden. Bei voller Auslastung hat Prudhoe Bay eine Kapazität von 400 000 Barrel pro Tag, was etwa acht Prozent der Förderleistung der USA entspricht.

Die IEA beließ zudem ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage 2006 unverändert. Sie rechnet weiterhin mit einer Nachfrage von 84,8 Mill. Barrel am Tag.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) fiel kräftig. Im Vergleich zum Mittwoch gab der so genannte Korbpreis für ein Barrel am Donnerstag um 1,60 Dollar auf 70,94 Dollar nach. Dies teilte das Opec-Sekretariat in Wien mit. Damit entfernte sich der Korbpreis wieder deutlich von seinem Rekordhoch von 72,64 Dollar, das er am Dienstag erreicht hatte.

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