Rohstoffmarkt
Zuckerpreis unter Druck

Die rasante Talfahrt des Zuckerpreises könnte bald ein Ende finden. Am 3. Februar 2006 hatte der Preis für den Kontrakt No. 11 an der New Yorker Warenbörse (Nybot) mit 19,73 Cents je Pfund den höchsten Stand seit 25 Jahren erreicht. Seither hat sich der Preis quasi halbiert.

cl LONDON. Ende vergangener Woche drohte der Zuckerpreis sogar unter die Zehn-Cents-Marke zu rutschen. Seither hat sich der Preis wieder etwas erholt. Einige Analysten stimmt das bereits optimistisch.

Michael McDougall, Broker bei der Fimat USA LLC, glaubt, dass nun das Tief durchschritten ist. Er ist mit dieser Ansicht aber noch in der Minderheit. Zuletzt hatten die Baissespekulanten in New York Zulauf erhalten. Die Internationale Zuckerorganisation hatte für 2006/ 2007 einen Überschuss von sieben Mill. Tonnen Zucker am Weltmarkt prognostiziert – deutlich mehr als die erwarteten 5,8 Mill. Tonnen.

Damit droht dem Markt der erste Überschuss seit vier Jahren, bemerkt Toby Cohen vom Londoner Handelshaus Czarnikov. Daran ändere offenbar auch nichts, dass das Angebot aus der EU 2007 im Rahmen der neuen Zuckermarktordnung um etwa drei Millionen Tonnen sinken wird. Die Überschüsse entstehen durch reichliche Ernten in praktisch allen Anbauregionen außerhalb der EU. Brasilien, der bei weitem größte Anbieter, aber auch Indien, China, Thailand, die USA und die Produzenten in der ehemaligen Sowjetunion haben ihre Anbauflächen erweitert. Gründe dafür waren Ernteausfälle, verbunden mit Verknappungsbefürchtungen, und der rasant steigende Bedarf an Zucker für die Verarbeitung zu Ethanol. Sie hatten zu der Verdoppelung des Zuckerpreises bis Anfang 2006 geführt.

Danach setzte der Preisverfall ein. Dieser könnte aber auch laut Kona Haque von der Londoner Economist Intelligence Unit nun zu Ende sein. Haque rechnet wegen des stetig steigenden Konsums und der wachsenden Verarbeitung des Süßstoffs zu Ethanol mit einer baldigen Stabilisierung des Marktes.

Außerdem könnte das Wetterphänomen El Niño durch Dürren in manchen Regionen und Überschwemmungen in anderen das weltweite Zuckeraufkommen 2007 und 2008 spürbar mindern. Doch selbst ohne den El-Niño-Effekt geht Haque von einem durchschnittlichen Zuckerpreis von fast zwölf Cents für 2007 aus. Peter Oberois vom „India Daily“ blickt dagegen auf Ethanol als Ölersatz: „Solange der Ölpreis sich bei etwa 60 Dollar je Fass hält, ist Zucker „eine phantastische Investition“.

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