Rohstoffpreise fallen weiter
Anleger ziehen Geld aus Rohstoffen ab

Die internationale Finanzkrise hat längst auch die Rohstoffmärkte im Griff. Die Preise vieler Rohstoffe fallen drastisch, so hat sich der Ölpreis seit Juli in etwa halbiert. Grund für die heftigen Rückgänge sind massive Rezessionsängste sowie der Abzug von Geldern aus Rohstoffen. Die Opec ist aufgeschreckt und kündigte eine Drosselung der Förderung an.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die Preise sind auf breiter Front ins Rutschen gekommen und spiegeln die Furcht vor einer Rezession und damit einhergehend die Sorge vor einer schwächeren Nachfrage wider. Experten geben kurzfristig keine Entwarnung, sind mittel- bis langfrstig für den Rohstoffbereich dennoch optimistisch.

Noch weisen die internationalen Warenmärkte kräftige Gewinne auf. Der Rohstoffboom hat Anfang 2002 eingesetzt; vergleicht man seither die Entwicklung des CRB-Rohstoffindex mit der des Dow-Jones-Index liegen die Warenmärkte noch rund 180 Prozent im Plus. Der Dow kommt gerade einmal auf knapp 30 Prozent. Trotz dieser insgesamt positiven Bilanz hat der CRB-Index kräftig eingebüßt. Noch Anfang Juli lag er über 470 Punkten, zuletzt waren es nur noch rund 275 Zähler.

Fachleute wie Kevin Norrish von Barclays Capital sprechen in diesem Zusammenhang davon, dass institutionelle Anleger massiv Geld aus den Rohstoffmärkten abgezogen hätten. Das in Rohstoffe investierte Anlagekapital ist nach Berechnungen von Norrish in den vergangenen Wochen innerhalb nur kurzer Zeit um mehr als 60 Mrd. auf 210 Mrd. Dollar gefallen. Hinzu kommt auch, dass sich die bisher im globalen Rohstoffmarkt recht aktive Schweizer Großbank UBS wegen ihrer aktuellen Finanzprobleme jetzt völlig aus diesem Segment zurückgezogen hat.

"Die Märkte sind über das Ziel hinausgeschossen", sagt Frank Schallenberger, Leiter des Rohstoffresearchs der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Inzwischen sprächen aber einige Indikatoren dafür, dass auch die fundamentalen Daten wieder stärker in den Vordergrund rücken werden. Eine charttechnische Analyse zeige, dass der Rohölpreis etwa 40 Dollar oder 35 Prozent unterhalb seiner 200-Tage-Durchschnittslinie liege. Dies zeige, dass der Markt klar überverkauft sei.

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