Rohstoffpreise
Ölpreise steigen weiter, Gold bleibt stabil

Sie halten die Füße still: Vor der anstehenden Rede des Fed-Präsidenten lassen sich Anleger an den Rohstoff-Märkten nur zu zaghaften Käufen hinreißen. Der Iran-Atomkonflikt schiebt den Ölpreis aber an.
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FrankfurtVor einer wichtigen Rede des US-Notenbankpräsidenten am Nachmittag haben sich Öl-Investoren am Freitag nur zu zaghaften Käufen hinreißen lassen. Ein Fass europäisches Brent-Öl verteuerte sich um 65 Cent auf 113,30 Dollar. Amerikanisches WTI-Öl kostete 95,07 Dollar und damit 45 Cent mehr als im späten Vortagesgeschäft. Auf Monatssicht hat sich Brent-Öl damit um acht Prozent und WTI-Öl um knapp sieben Prozent verteuert.

Fed-Chef Ben Bernanke redet um 16 Uhr (MESZ) auf dem Spitzentreffen der internationalen Notenbanken. Angesichts der nach wie vor flauen US-Konjunktur spekulieren Anleger darüber, ob er neue Stützungsmaßnahmen in Aussicht stellen wird. Vor zwei Jahren hat er so etwas schon einmal getan, und damals hatte er damit die Märkte euphorisiert. Sollte Bernanke diesmal nichts in diese Richtung signalisieren, warnt Rohstoff-Strategin Natalie Rampono vor einem Fall des Ölpreises. "Die Märkte haben eine geldpolitische Lockerung bereits vorweggenommen."

Der jüngste Ölpreisanstieg ist aber auch von anderen Faktoren unterstützt; so gehen Anleger zunehmend davon aus, dass für den Iran-Atomkonflikt keine diplomatische Lösung gefunden werden kann und möglicherweise sogar ein Militärschlag gegen Teheran droht. Der Bürgerkrieg in Syrien gefährdet zudem die Stabilität der gesamten Region. Die Analysten der HSH Nordbank weisen außerdem daraufhin, dass sich seit Ende Juli die Stimmung an den Finanzmärkten deutlich verbessert hat und dass teilweise weniger Öl am Markt ist - unter anderem wegen Instandhaltungsarbeiten in der Nordsee. Auch der Höhepunkt der Hurrikan-Saison im Atlantik trug zu den höheren Ölpreisen bei.

Die zaghafte Hoffnung der Investoren auf ein positives Signal Bernankes war auch am Metall- und Goldmarkt zu spüren. Die Tonne Kupfer verteuerte sich in der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage um 0,3 Prozent auf 7590 Dollar. Der Goldpreis hielt sich dagegen recht stabil um 1655 Dollar je Feinunze. Um weiteren Schwung nach oben zu erhalten, müsse Bernanke konkrete Schritte signalisieren, sagte Analyst Tobias Merath von der Credit Suisse. Angesichts einer dann drohenden Abwertung des US-Dollar ist absehbar, dass sich Investoren wieder verstärkt mit dem als sicheren Hafen geltenden Gold absichern würden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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