Rohstoffpreise
Opec heizt Spekulation an

An den internationalen Energiemärkten steigt die Spannung: Am kommenden Donnerstag treffen sich die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) in Abuja, Nigeria. Die Ölminister werden dort über eine weitere Drosselung ihrer Förderung beraten. Bereits im Vorfeld des Treffens hat die Spekulation auf eine Produktionskürzung die Preise nach oben getrieben.

DÜSSELDORF. Unterstützt wurde der Preisanstieg durch sinkende Lagerbestände in den USA und durch Anschläge auf Ölanlagen in Nigeria. Das europäische Brentöl wie auch die US-Richtmarke WTI hielten sich daher klar über der 60 Dollar-Marke.

Angeheizt wurde die Spekulation auf höhere Preise auch durch Äußerungen von Opec-Offiziellen. „Die Lagerbestände der USA sind hoch, und darum ist der Ölmarkt aus dem Gleichgewicht“, sagte etwa Ali al-Naimi, Ölminister des Ölschwergewichts Saudi-Arabien, vor wenigen Tagen. Und Opec-Präsident Edmund Daukoru unterstrich trotz des jüngsten Preisanstiegs in der vergangenen Woche: „Es gibt derzeit ein großes Überangebot“. Die Ölminister bereiten die Märkte mit derartigen Äußerungen auf eine weitere Produktionskürzung vor. Zuletzt hatte die Opec Mitte Oktober eine Drosselung ihrer Förderung um 1,2 Mill. Barrel am Tag beschlossen.

Die Äußerungen von Seiten der Opec spiegeln zudem die Sorge des Kartells vor einem stärkeren Preisverfall wider. Zusätzlich verschärft werden diese Sorgen durch die jüngste Schwäche des Dollars; sie schmälert die Einnahmen des Kartells, da Öl in Dollar abgerechnet wird. „Der Dollar hilft nicht. Er beeinflusst die Einnahmen. Im Falle eines signifikanten Rückgangs, betrifft uns das“, sagte Mohammed al-Hamli, Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach Einschätzung von Markus Mezger von Tiberius Asset Management vollzieht der jüngste Ölpreisanstieg auf Dollar-Basis die Währungsbewegungen nach. Dies spreche dafür, dass „die Opec tendenziell diesmal eher zu viel als zu wenig machen wird“. Zudem sei der Beschluss zum 1. November auf Grund mangelhafter Förderdisziplin von den Opec-Mitgliedern nicht voll umgesetzt worden. „Die erste Kürzung ist verpufft“, sagt der Tiberius-Experte. Er erwartet, dass – zusammen mit einer weiteren Drosselung der Förderung um täglich 500 000 Barrel am Donnerstag – dem Markt letztlich effektiv eine Millionen Barrel Öl (159 Liter) entzogen werden. Auf Sicht von drei Monaten rechnet er mit Ölpreisen von bis zu 70 Dollar und für 2007 mit einem Durchschnittspreis von 65 bis 66 Dollar je Barrel.

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