Devisen + Rohstoffe
Roundup EZB-Ratsmitglied: Hoher Ölpreis dämpft Wirtschaftswachstum 2005

Das Wachstum in den Euroländern wird nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Nicholas Garganas im kommenden Jahr durch den hohen Ölpreis gedämpft.

dpa-afx ATHEN. Das Wachstum in den Euroländern wird nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Nicholas Garganas im kommenden Jahr durch den hohen Ölpreis gedämpft. "Es wird wohl näher am unteren Ende unserer Prognose liegen als im oberen Bereich", sagte der griechische Notenbankchef am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFX News.

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht bislang von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) 2005 zwischen 1,8 und 2,8 Prozent aus. Der Mittelwert beträgt damit 2,3 Prozent.

Die steigenden Ölpreise beeinträchtigten die außenwirtschaftliche Nachfrage und die Kaufkraft, sagte Garganas. Dies erhöhe die Unsicherheit über die Wachstumsaussichten. Öl wird nach Einschätzung Garganas' weiterhin teuer bleiben. "Ich würde sagen, die Ölpreise könnten dauerhaft hoch bleiben", sagte das EZB-Ratsmitglied. Ursachen seien politische Unsicherheiten, Lieferengpässe und die steigende Nachfrage in Asien.

Risiken FÜR Inflation

Wegen der hohen Ölpreise stiegen auch die Aufwärtsrisiken für die Inflation. Niedrigere Lebensmittelpreise hätten bislang den Ölpreisanstieg ausgeglichen. Er sei zuversichtlich, dass die Inflation in den Euroländern im kommenden Jahr wie bislang von der EZB erwartet unter die Zwei-Prozent-Marke fallen werde, sagte der Notenbanker. Wir haben keine neue Vorhersage, aber wir sind wachsam." Die EZB werde die Lage aber im Auge behalten.

Trotz des US-Zwillingsdefizits in Handels- und Leistungsbilanz erwartet Garganas derzeit keine drastische Abwertung des Dollar. "Es ist sehr schwer, Vorhersagen zu treffen, aber bislang haben wir keinen Beweis für die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung des Dollar", sagte er. "Wir habe eine milde Abwertung des Dollar gesehen." Das Schicksal des Dollar und die Leistungsfähigkeit der US-Wirtschaft hingen davon ab, wie die Ungleichgewichte bekämpft werden, sagte das EZB-Ratsmitglied.

Euro Steigt Deutlich

Der Eurokurs kletterte nach den Äußerungen Gargans' bis auf 1,2 583 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Ende Februar. Seine Bemerkungen zeigten, dass die Frage eines Kurseinbruchs des Dollar in der EZB diskutiert werde und die "Sorge vor einer harten Landung schon da ist", sagte Devisenexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank.

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