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Roundup G7: G7 dringen auf mehr Transparenz auf Ölmärkten

Die sieben führenden Industrienationen (G7) lassen im Bestreben nach mehr Transparenz an den Ölmärkten nicht locker. Die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs wollten bei ihrem Treffen am Freitag in Washington dabei vor allem auf eine bessere Arbeit der Internationalen Energieagentur (IEA) dringen. Die Arbeit der Agentur dümpele ein wenig dahin, kritisierten deutsche Delegationskreise vor dem G7-Treffen am Freitagabend. Marktteilnehmer müssten künftig sehr viel schneller an mehr Informationen herankommen.

dpa-afx WASHINGTON. Die sieben führenden Industrienationen (G7) lassen im Bestreben nach mehr Transparenz an den Ölmärkten nicht locker. Die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs wollten bei ihrem Treffen am Freitag in Washington dabei vor allem auf eine bessere Arbeit der Internationalen Energieagentur (IEA) dringen. Die Arbeit der Agentur dümpele ein wenig dahin, kritisierten deutsche Delegationskreise vor dem G7-Treffen am Freitagabend. Marktteilnehmer müssten künftig sehr viel schneller an mehr Informationen herankommen.

Zugleich wurde vor übertriebenen Ängsten wegen der anhaltend hohen Ölpreise gewarnt. Die Auswirkung auf die Konjunktur auch in Europa und in Deutschland seien eher gering. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) spreche von nur "leichten Schwankungen auf hohem Niveau". "Es macht keinen Zweck, in Alarmismus zu machen", hieß es.

Ölpreis Beherrschendes Thema AUF G7-Treffen

Der Ölpreis und die Entwicklung der Weltwirtschaft ist ein beherrschendes Thema auf dem G7-Treffen vor Beginn der Herbsttagung von IWF und Weltbank in Washington an diesem Wochenende. Der IWF hat für das laufende Jahr ein Wachstum der Weltwirtschaft wie seit knapp 30 Jahren nicht mehr prognostiziert, für 2005 wird eine leichte Wachstumsabschwächung unter anderem wegen der hohen Ölpreise erwartet.

Die Erwartungen an grundsätzliche Beschlüsse zu den Ölpreisen wurden in deutschen Delegationskreisen gedämpft. "Kurzfristig sind keine bahnbrechenden Resultate zu erwarten." Es müsse aber künftig mehr Daten darüber geben, was sich zwischen Erzeugern und Abnehmern auf den Ölmärkten abspiele. Auch müsse die zunehmende Aktivität von Hedge-Fonds bei Rohstoffspekulationen beleuchtet werden.

Hohe Ölpreise Sollten Nicht 'Dramatisiert' Werden

Das Problem der hohen Ölpreise sollte aber nicht zu sehr dramatisiert werden, hieß es. In Deutschland sei die Abhängigkeit von Öl auf 36 Prozent gesunken. Auch sei der Ölpreis im Verhältnis zu anderen Preisen nicht so stark gestiegen. Allerdings werde der Konsum durch höhere Benzin- und Heizölkosten belastet. Aus Sicht von Notenbankern ist der Preisanstieg nur vorübergehend. Es gebe daher keinen Grund, dass die Gewerkschaften darauf mit überhöhten Lohnforderungen reagierten. Allerdings gebe es im kommenden Jahr keine größeren Lohnrunden.

Weiteres Thema auf dem Treffen der Finanzminister aus den USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan ist die Entschuldung des Irak. Hier gehen die Meinungen der G7-Länder weiter auseinander. Während die USA dem Irak 95 Prozent der geschätzten 120 Mrd. Dollar Auslandsschulden erlassen wollen, ist Deutschland nur zu etwas mehr als 50 Prozent bereit. "Man wird sich irgendwo treffen." Es müsse aufgepasst werden, dass hier keine Präzedenzfälle entstünden. An dem G7-Treffen am Freitag wird erstmals auch der chinesische Finanzminister und Notenbankchef teilnehmen.

Deutschland Will Stärkere Aufgabentrennung Zwischen IWF UDN Weltbank

Deutschland wird sich auf der Herbsttagung von IWF und Weltbank auch für eine stärkere Aufgabentrennung bei den Finanzinstitutionen einsetzen. Eine Ausweitung der Entwicklungsfinanzierung durch den IWF wird kritisch gesehen. Beide Häuser müssten sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Deutschland tritt für eine Begrenzung der Rolle des IWF bei der Krisenhilfe und bei der Kreditvergabe ein. In Washington wollen sich die USA für einen vollen Schuldenerlass für die ärmsten Länder stark machen.

Das hohe US-Haushalts- und Leistungsbilanz-Defizit der USA, das vom IWF als ein Risiko für die Weltwirtschaft eingestuft wird, ist laut Delegationskreisen "normaler Diskussionsgegenstand". Es sei nicht davon auszugehen, dass kurzfristig nennenswerte Veränderungen eintreten - unabhängig vom Ausgang der US-Wahlen.

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