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Roundup ifo: Nur 1,2 Prozent Wachstum und mehr Arbeitslosigkeit 2005

Die Wachstumsschwäche in Deutschland wird nach Einschätzung des ifo Instituts die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr weiter in die Höhe treiben. "Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt außerordentlich gespannt", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn am Dienstag in München.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Wachstumsschwäche in Deutschland wird nach Einschätzung des ifo Instituts die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr weiter in die Höhe treiben. "Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt außerordentlich gespannt", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn am Dienstag in München. Im Februar werde die Zahl der Arbeitslosen wohl die Fünf-Millionen-Marke überspringen. Im Gesamtjahr seien im Schnitt 225 000 zusätzliche Arbeitslose zu erwarten. Die Arbeitslosenquote werde nochmals von 10,3 auf 10,4 Prozent steigen.

Beim Bruttoinlandsprodukt rechnet das ifo Institut für 2005 jetzt nur noch mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. Im Herbstgutachten hatten ifo und die fünf anderen führenden Institute noch ein Wachstum von 1,5 Prozent vorhergesagt, die Bundesregierung rechnet mit 1,7 Prozent. In diesem Jahr habe sich Deutschland weiter von der globalen Konjunktur abgekoppelt, sagte Sinn. "Die Weltwirtschaft boomt wie seit 28 Jahre nicht mehr, und Deutschland macht nicht mit." Während weltweit die Wirtschaft 2004 um fünf Prozent gewachsen sei, komme Deutschland trotz einer günstigen Lage der Feiertage nur auf 1,7 Prozent.

'Tiefgreifende Strukturelle Probleme'

Auch langfristig sieht Sinn wenig Chancen auf einen kräftigen Aufschwung. "Die Zeiten, in denen die Wirtschaft in Deutschland um zwei Prozent oder mehr wuchs, sind nach unserer Einschätzung vorbei." Es gebe tiefgreifende strukturelle Probleme. "Deutschland wird mit der Globalisierung der Wirtschaft wohl schwerer fertig als andere Länder." Daher rechnet Sinn auch langfristig nur noch mit Wachstumsraten im Ein-Prozent-Bereich.

Im kommenden Jahr wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung des ifo Instituts unter anderem von einem erstmals wieder leicht steigenden Konsum profitieren. Die privaten Konsumausgaben würden voraussichtlich um 0,8 Prozent zulegen. Die Inflation bereitet dem Institut keine Sorgen. ifo rechnet mit einem Anstieg der Preise um 1,4 Prozent nach 1,6 Prozent in diesem Jahr.

'EZB Soll Eingreifen'

Problematischer sei dagegen der starke Euro. "Die Europäische Zentralbank sollte eingreifen", forderte Sinn. Die Kursschwankungen seien mittlerweile zu groß. Wenn die USA nicht gegensteuern sollten, könne eine Intervention der EZB auch Erfolg haben. In seiner Prognose geht das ifo Institut für 2005 von einem Euro-Durchschnittskurs von 1,33 Dollar aus nach 1,24 Dollar in diesem Jahr. Ein zwischenzeitlicher Anstieg bis auf 1,45 Dollar sei nicht ausgeschlossen, sagte Sinn.

Die Arbeitsmarktreformen der Bundesregierung lobte Sinn ausdrücklich. Allerdings seien kurzfristig keine positiven Effekte von Hartz IV zu erwarten. "Fünf Jahre wird man wohl warten müssen, bis die Effekte da sind." Es müssten nun unter anderem flächendeckend Ein-Euro-Jobs angeboten werden. Zudem müssten weitere Reformschritte folgen. Sinn forderte unter anderem Einschränkungen beim Kündigungsschutz.

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