Rubel-Stützungskäufe
Russische Währungsreserven schwinden

Fast 30 Prozent hat der Rubel seit Mitte 2008 verloren - und das, obwohl die russische Notenbank immense Summen in die Stützung der Landeswährung investiert hat. Inzwischen hat die Zentralbank ihre Strategie gewechselt. Der Grund: Die Währungsreserven, bisher die drittgrößten hinter denen Japans und Chinas, sind drastisch gesunken.

HB MOSKAU. Russlands Währungsreserven sind durch massive Stützungskäufe für den schwachen Rubel und Konjunkturprogramme unter 400 Mio. Dollar gesunken. In der Vorwoche hätten die Gold- und Devisenreserven um 30,3 Mrd. von 426,5 Mrd. Dollar (328 Mrd Euro) auf 396,2 Mrd. Dollar abgenommen, teilte die Zentralbank in Moskau am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit.

Russlands Währungsreserven, bislang weltweit die drittgrößten nach denen in China und Japan, sind in der Krise bereits um ein Drittel geschrumpft. Den Rubelkurs hat das dennoch nicht gestützt. Dieser ist seit Mitte vergangenen Jahres um rund 30 Prozent eingebrochen. Am Donnerstag kostete ein Euro rund 42,50 Rubel, zum Währungskorb aus Euro und Dollar, an dem sich die Notenbank orientiert, lag die russische Devise bei etwa 37 Rubel.

Die Zentralbank ist von ihrer bisherigen Politik milliardenschwerer Stützungskäufe für den Rubel abgerückt. Daraufhin fiel die russische Währung in der Vorwoche auf ein historisches Tief gegenüber dem US-Dollar. Der Rubel steht vor allem wegen der drastisch gesunkenen Rohstoffpreise unter Druck. Regierungschef Wladimir Putin hat einen Nachtragshaushalt für 2009 angekündigt. Es droht erstmals seit zehn Jahren wieder ein Defizit in Milliardenhöhe. Experten erwarten dadurch eine zusätzliche Belastung für die Währungsreserven. Ein großer Teil der russischen Währungsreserven wird nach Angaben der EU-Kommission bisher in Euro gehalten.

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