Rückblick 2008: Rohstoffpreise fallen ins Bodenlose

Rückblick 2008
Rohstoffpreise fallen ins Bodenlose

Der Ausverkauf an den Rohstoffmärkten war die große Überraschung des Jahres 2008. Allgemein waren kräftige Preiskorrekturen erwartet worden, das Ausmaß der Korrektur war kaum absehbar. Der CRB-Rohstoffindex ist vom historischen Hoch im Juli in fünf Monaten um mehr als 50 Prozent gefallen.

FRANKFURT. Der Ausverkauf an den Rohstoffmärkten war die große Überraschung des Jahres 2008. Allgemein waren kräftige Preiskorrekturen erwartet worden, das Ausmaß der Korrektur war kaum absehbar. Der CRB-Rohstoffindex ist vom historischen Hoch im Juli in fünf Monaten um mehr als 50 Prozent gefallen. Noch dramatischer ist die Lage an den Energiemärkten, wo Rohöl von 150 auf 35 Dollar je Barrel gefallen ist – also 76 Prozent weniger kostet. Recht stabil blieben die Edelmetalle, wo Gold wegen des fehlenden Vertrauens in Wertpapiere und Papierwährungen seit kurzem wieder in seiner Rolle als Krisenmetall glänzen kann.

Auslöser des größten Rohstoff-Crashs der Geschichte war das globale Deleveraging (Abbau von Schulden) im Rahmen der Finanzkrise. Anleger zogen sich zunächst deshalb aus der Anlageklasse Rohstoffe zurück, weil sie hier noch auf Gewinnen saßen. Mit sich verstärkenden Rezessions-Signalen gewann dann die Talfahrt der Preise an Dynamik. Dabei wurden mehrere Theorien in Frage gestellt. So die These vom Rohstoff-Superzyklus als Folge steigender Nachfrage der Boomländer China und Indien. Auch die Gefahr von Knappheiten bei Rohstoffen – allen voran bei Öl mit der „Peak-Oil-Theory“ – rückte in den Hintergrund.

Was die Preise vor allem bestimmte, war die vom Markt gesehene Gefahr eines rezessionsbedingten Angebotsüberhangs. So gerieten vor allem Industrierohstoffe – wie Basismetalle – unter Druck. Dass die Produzenten in allen drei Segmenten des Rohstoffmarktes (Energie, Metalle und Agrar) auf veränderte Nachfrage-Bedingungen mit einer Angebots-Reduzierung reagieren, kommt in den Preisen ebenso wenig zum Ausdruck wie der Fakt, dass viele Rohstoffprojekte auf Eis liegen und kleinere Unternehmen insolvent sind.

So haben die Rohstoffpreise vielfach nach unten übertrieben. Dass sich Preiswenden rasch vollziehen können, ist am Kakaomarkt zu sehen, wo die Welt auf Lieferungen politisch instabiler Staaten wie Elfenbeinküste und Ghana angewiesen ist. Wenn neben politischen Wirren in diesen Ländern dann auch noch die Ernten witterungsbedingt oder durch Schädlingsbefall schlecht ausfallen, wirkt sich das in haussierenden Preisen aus.

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