Rückläufige Ernten erwartet
Anstieg der Weizenpreise lässt auf sich warten

Der Boom an den internationalen Warenmärkten hält an. Viele Rohstoffe eilen von einem Rekordhoch zum nächsten. Dazu zählen die Industrie- ebenso wie die Edelmetalle. Ganz anders sieht es dagegen bei den Weizen-Futures an den Warenterminbörsen aus.

rp HB DÜSSELDORF. Zwar haben die Preise zuletzt etwas zugelegt, doch liegen sie sogar noch deutlich unter den Höchstständen des Jahres 2005. Experten erwarten allerdings, dass die Agrarrohstoffe insgesamt in diesem Jahr kräftig zulegen werden.

„Wir erwarten, dass der Agrarsektor einige der starken Preissteigerungen der Metalle und des Energiebereichs nachvollziehen wird“, heißt es bei Merrill Lynch. Die Analysten glauben allerdings, dass möglicherweise erst „ein Katalysator“ wie zum Beispiel schlechte Witterungsbedingungen oder die Vogelgrippe derartige Preissteigerungen etwa bei Getreide auslösen wird. Nicht zuletzt angesichts der Rekordernten des Vorjahrs bleibe das Anstiegspotenzial bei Mais und Weizen noch begrenzt, so Merrill Lynch.

Die Versorgungslage spricht jedenfalls nicht für einen kräftigen Preisanstieg. Der Internationale Getreiderat (IGC) prognostiziert für das laufende Jahr eine Weltweizenernte von 595 Mill. Tonnen. Das wären 20 Mill. Tonnen weniger als im Jahr 2005, für das die Ernte um vier Mill. auf 615 Mill. Tonnen höher veranschlagt wird. Den voraussichtlichen Ernterückgang begründet der IGC mit Ausfällen in Russland und in der Ukraine wegen des Kälteeinbruchs im Januar. Für die Europäische Union (EU) geht der Getreiderat von einer um sechs Mill. Tonnen höheren Ausbringung aus, die dann bei 129 Mill. Tonnen liegen werde. Gleichzeitig wird für 2005/06 ein Anstieg des Bedarfs um insgesamt zwei Mill. Tonnen festgestellt. Grund dafür sei der höhere Verbrauch an Futtermitteln in der EU und in Kanada.

Die Überhangbestände bei Weizen beziffert der IGC auf 133 Mill. Tonnen. Die Bestandsschätzung ist damit zwar um zwei Mill. Tonnen nach oben korrigiert worden, läge aber immer noch unter dem Vorjahreswert von 137 Mill. Tonnen. Eine leichte Entspannung sieht der Getreiderat im Handel mit der Volksrepublik China. „Die chinesischen Importe werden wesentlich geringer sein als im Vorjahr“, prognostiziert er.

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