Run auf Edelmetalle
Rucksack voll Silber, Taschen voll Gold

Der Goldrausch ist ungebrochen, die Angst vor einer Inflation erfreut die Edelmetall-Händler. Seit US-Notenbankchef Ben Bernanke angekündigt hat, die Geldschleusen weiter zu öffnen, kaufen Anleger Goldmünzen und-barren - trotz Rekordpreisen. Eine Reportage von der Münchener Edelmetall- und Rohstoffmesse.
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MÜNCHEN. Simon hat schwer zu tragen. Drei Kilo hängen schwer im Rucksack. Es sind 100 Silbermünzen, die der Münchner jetzt nach Hause trägt. "Ich habe Angst vor der Inflation, und die Edelmetalle werden weiter steigen", sagt er. Der 34-Jährige hat Freunde in der Angst. Außer ihm drängen fast 6 000 weitere Besucher zur zweitägigen Edelmetall- und Rohstoffmesse auf das Olympiagelände in der bayerischen Landeshauptstadt. Das ist Rekordbeteiligung beim Top-Treff für Fans und solche, die es werden wollen.

Auf zwei Etagen in der ehemaligen Radsporthalle stehen die Ausstellungsstände von Händlern und Minengesellschaften dicht an dicht. Das Publikum ist begeistert. "Total krass, was hier abgeht", sagt ein Halbwüchsiger, als er durch die Eingangstür den ersten Blick ins Innere des futuristischen Baus wirft. Die Favoriten sind schnell ausgemacht: Vor den Ständen von Händlern wie Pro Aurum, bei Münzen-Frank, Edelmetall Geiger oder Coininvestdirect kleben wahre Menschentrauben an den Vitrinen. Shoppen ist angesagt.

An den Öffnungstagen Freitag und Samstag reisen manche Besucher sogar aus dem Ausland an. "Bei uns gibt es so was ja nicht", schwärmt ein junger Österreicher, der mit Freundin da ist. Er kauft vier Silbermünzen für 22 Euro das Stück. Das sind die Mini-Deals. Viele Besucher zücken pralle Brieftaschen. Es wimmelt von 100- und 500-Euro-Scheinen. Meist gehen dann fünfstellige Barbeträge über den Tresen. "In der näheren Umgebung sind wohl die meisten Geldautomaten leer", vermutet ein Händler.

Das Geld wird gebraucht. Klassische Gold-Anlagemünzen wie der Krügerrand kosten in der Ein-Unzen-Variante inzwischen über 1000 Euro, eine traditionelle Silbermünze in der gleichen Gewichtsklasse etwa 22 Euro. Noch vor wenigen Wochen wären das Preise vom anderen Stern gewesen. Aber mit dem Boom der vergangenen Wochen ist die Welt eine andere. Gold meldete am Freitag mit knapp 1400 Dollar je Unze einen neuen Rekord, Silber mit fast 27 Dollar ebenso.

Es ist ein perfektes Timing für die Messe. "Wir sollten Ben Bernanke eine Dankes-Postkarte schicken", sagt einer der Messebesucher, der sich auch mit Gold eingedeckt hat. Der US-Notenbankchef hat mit seinem neuen Aufkaufprogramm für Staatsanleihen aus der letzten Woche keinen Zweifel daran gelassen, dass er die Geldschleusen noch weiter öffnet - praktisch um jeden Preis. Und das ist der Preis: Der Dollar stürzt; es droht Inflation. Deshalb drängen auch immer mehr Deutsche in den sicheren Hafen der Edelmetalle.

Die Käufer wollen mehr Metall als im vergangenen Jahr, auch wenn es jetzt viel teurer ist. "Ich habe in ein paar Stunden Silbermünzen für eine Million Euiro verkauft", sagt Roman Schneider, Leiter von Coinivestdirect. Die sogennaten Masterboxen mit je 500 Silbermünzen im Wert von rund 10 000 Euro sind schon fast alle weg. Aussuchen kann sich der Kunde die Ware am Stand, bezahlen muss er in einem engen, aber diskreten Kabuff direkt dahinter.

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  • @betriebswirt

    Mit der Quantitätsgleichung läßt sich der Fall behandeln, daß ein Wert (Menge mal Preis) kontinuierlich im Kreis läuft. Das ist einigermaßen plausibel für die Konsumgüter, die von Gehältern/Löhnen gekauft und zugleich von den beschäftigten wieder neuproduziert werden. Die in der Gleichung erscheinende Geldmenge und Umlaufgeschwindigkeit stellen das Geld dar, das zur Aufrechterhaltung dieses Kreislaufs dient. Eine simple Analogie dazu ist ein Wasserkreislauf zwischen zwei becken; das eine becken wäre der Konsumgütermarkt, das andere die Konsumgüterproduktion, letztere natürlich nur dargestellt als Wasser- bzw. Geldumsatz, denn Arbeit im Sinn von 'Tätigkeit' ist etwas der Wirtschaftstheorie völlig Fremdes. Schon 'Wachstum' würde da erhebliche Probleme machen, denn dafür wäre nicht in der Gleichung erfaßtes Extra-Wasser (Extra-Wert) von außen zuzuführen (woher?).

    Wert sammelt sich (egal woher er kommt) ständig an in Gestalt von Fabriken, Firmen, Patenten und ähnlichem (kurz: Produktionsmittel) und auch die werden gehandelt, ohne daß es ein zum Konsumgüterkreislauf vergleichbares Regelmaß gibt. Dafür geschaffen wurden unzählige eigene Geldformen mit geringerer Liquidität, wozu ich der Einfachheit halber jetzt alles bis hin zu börsengängigen Wertpapieren zähle. Über die für diese Transaktionen nötige (bereitzuhaltende) Geldmenge kann man per Quantitätsgleichung wenig sinnvolles aussagen, weil die rechte Seite (Menge mal Preis der gehandelten Güter) unvorhersehbar fluktuiert. in der Wasseranalogie: der Kreislauf zwischen den zwei becken hat nichts mit einer Sturzflut in den Alpen zu tun, ausgenommen den Fall, er er steht gerade zufällig drunter (was uns ökonomisch demnächst passieren könnte).

    Und da obendrauf sitzen noch die börsenwetten, denen überhaupt keine Produktionstätigkeit zugrundeliegt, und die deshalb willkürlich vermehrbar sind. Analogie: n Personen schließen im Kreis Fußballwetten ab, und zwar jeden Tag neue, hinterlegen irgendwo die Wettsummen, und finanzieren diese durch Kredite zu 0.00001% Zinsen bei Herrn bernanke. Dazu gibts überhaupt keine Wasseranalogie mehr, weil man Wasser nicht nach belieben aus dem Nichts erschaffen kann. Könnte man das tun und täte man es in exponentiell wachsendem Umfang, würde das so geschaffene Wasser irgendwann das gesamte Universum wegspülen. Analogie in der Wirtschaft?

    bis auf weiteres empfehle ich, den erfolgreichen Abschluß zweier Semester theoretischer Physik sowie eines Laborpraktikums zu verhängen, bevor man einem Wirtschaftler erlaubt, eine Formel aufzuschreiben, anzuwenden oder gar zu interpretieren.

    Kl.H.

  • 08.11. Hansi
    ,
    Gelddruckerei?

    bMW E90 - 318i Neuwagen
    von 10,8% für das gleiche Auto aus der gleichen
    ------

    Genau das dachte ich auch als ich im Merceds-haus war. Kaufte meinen M vor 3 Jahren 5000.- billiger als er nun hier steht. Das sind knapp 10% in den 3 Jahren.
    Nur Elektronik wird billiger. Alles andere explodiert

  • strategische Metalle / DanTom
    Kann mir m al wer sagen, ob das schlau ist, diese Metalle zu kaufen ?
    ich hab Angst, dass der Händler beim Ankauf mal sagt, " friss oder stirb " ....
    bei Gold gibts an jeder Ecke einen Dealer. Zahlt Ali zuwenig, dann geh ich eben zu Erdokan... Aber strategische Metalle .. das sind 3 Großhändler in D-land. Sony in China kauft meine 10kg nicht an.

    bitte mail an : andi.stier@rock.com

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