Rund ums Metall
Engpass am Kupfermarkt

Kupferhändlern stehen weiterhin bewegte Zeiten bevor. Nach wie vor sind die Lagerbestände extrem niedrig, der Preis für das rote Metall ist deshalb sehr volatil. Zudem stehen in mehreren großen Kupferminen Tarifverhandlungen an, die möglicherweise mit weiteren Streiks und sicher mit einer Erhöhung der ohnehin sehr hohen Produktionskosten einhergehen werden.

BUENOS AIRES. Die schwierige Angebotssituation ist der Hauptgrund dafür, dass die meisten Analysten auch für das kommende Jahr einen hohen Kupferpreis erwarten (siehe „Rund um das Metall“).

„Es gibt einen strukturellen Anstieg bei den langfristigen Preisen, was die gestiegenen Produktionskosten widerspiegelt“, sagt James Gutman, Rohstoffspezialist von Goldman Sachs. Er weist auf die niedrigen Lagerbestände hin. „Diese Situation wird bis weit ins nächste Jahr hinein anhalten, ich sehe auf längere Zeit keinen Preisverfall auf historische Tiefen.“

Noch am Freitag hatte der Kupferpreis leicht nachgegeben, weil der Streik in der weltgrößten Kupfermine Escondida in Chile nach 25 Tagen zu Ende gegangen war. Der kanadische Konzern BHP Billiton, der die Mehrheitsanteile an Escondida besitzt, hatte einen Kompromiss mit den Arbeitern gefunden, der eine fünfprozentige Lohnerhöhung und eine sofortige Bonuszahlung beinhaltete. Der Tarifabschluss gilt als Modell für kommende Lohnverhandlungen etwa bei dem chilenischen Staatskonzern Codelco, dem weltgrößten Kupferproduzenten.

Der Streik bei Escondida war nur einer von mehreren Zwischenfällen, die den Kupferpreis in den letzten Wochen nach oben getrieben hatten. So war etwa in der Codelco-Mine Chuquicamata im Juli ein Förderband ausgefallen, was zu hohen Produktionsausfällen führte.

„Unvorhergesehene Produktionseinbrüche hat es immer gegeben, aber früher haben sie durchschnittlich eineinhalb bis zwei Prozent der Produktion ausgemacht, dieses Jahr aber waren es fünf Prozent“, sagt James Gutman. „Der Grund ist wohl, dass die Industrie wirklich am Rande ihrer Kapazitätsgrenzen arbeitet: Die Maschinen und die Infrastruktur sind abgenutzt. Streiks kommen häufiger vor, weil die Arbeiter ihren Anteil an den hohen Firmengewinnen einfordern.“

Die vielen Ausfälle sowie die gestiegenen Material- und Lohnkosten drücken das Angebot an Kupfer. „Die Angebotszahlen mussten ständig nach unten korrigiert werden“, meint auch Peter Kettle, Research-Direktor der Londoner Metallexperten CRU. „Es wird viel investiert, aber wir erwarten, dass das Angebot bis weit ins nächste Jahr hinein knapp bleiben wird.“

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