Russische Währung
Rubel sinkt auf neues Rekordtief

Russlands Firmen bekommen die Sanktionen des Westens zu spüren. Weil sie von den internationalen Finanzmärkten abgeschnitten sind, fehlen ihnen die Devisen. Darunter leidet auch der russische Rubel.
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Frankfurt/MoskauDer russische Rubel hat am Freitag ein erneutes Rekordtief erreicht. Erstmals durchbrach die russische Währung an der Moskauer Börse die Schwelle von 39 Rubel pro Dollar, wie die Nachrichtenagentur TASS berichtete. Am frühen Nachmittag kostete ein Dollar 39,08 Rubel. Der bis dahin niedrigste Stand war am 16. September mit 38,93 Rubeln pro Dollar erreicht worden.

Auch im Vergleich zur europäischen Einheitswährung gab der Rubel nach: Ein Euro kostete 49,72 Rubel. Die russische Währung hat seit Jahresbeginn etwa ein Fünftel ihres Werts verloren.

Der jüngste Wertverlust des Rubel erfolgte, nachdem ein russisches Gericht Aktien des Ölunternehmens Baschneft beschlagnahmte, das von dem russischen Milliardär Wladimir Jewtuschenkow und seiner Firmengruppe AFK Sistema kontrolliert wird. Der Milliardär steht wegen des Verdachts der Geldwäsche unter Hausarrest. Der Kurs der Baschneft-Aktien sank laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Freitagnachmittag um 7,4 Prozent.

Da viele russische Firmen im Zuge der westlichen Sanktionen gegen Russland keinen direkten Zugang zu den internationalen Finanzmärkten mehr hätten, müssten sie verstärkt Rubel in Devisen tauschen, um ihre Auslandsschulden zu bezahlen, sagte Analyst Maxim Korowin von VTB Capital. Schließlich könnten die Unternehmen derzeit keine Anleihen in Fremdwährungen ausgeben.

Die Leitindizes der Moskauer Börse rutschten ebenfalls ins Minus. Hier sorgte das Vorgehen der Justiz gegen den Milliardär Wladimir Jewtuschenkow und seinen Mischkonzern Sistema für Unruhe. Ein Moskauer Gericht ordnete an, Aktien des Ölunternehmens Bashneft zu beschlagnahmen, die in Besitz der Konzernmutter Sistema sind. Jewtuschenkow steht wegen des Verdachts auf Geldwäsche unter Hausarrest. Sistema brachen am Freitag um bis zu 23 Prozent ein und waren mit 16,52 Rubel so billig wie zuletzt im Oktober 2009. Bashneft fielen um elf Prozent auf ein Rekordtief von 1182,30 Rubel.

„Der Fall Jewtuschenkow wird am Aktienmarkt weiter für miese Stimmung sorgen“, schrieb Analystin Anastasia Sosnowa von der Rossiysky Kapital Bank in einem Kommentar. „Marktteilnehmer sehen ein sogenanntes 'politisches Element' in diesem Fall. Das untergräbt den Willen zu Investitionen in russische Werte.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Warum sollte ein Absinken des Rubels ein Problem sein, wenn der Rubel vorher gemessen an der Wirtschaftskraft überbewertet war?

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