Russische Zentralbank erhöht Leitzins
Rettungsversuch verpufft, Rubel im freien Fall

Die russische Zentralbank reagiert auf den Währungsverfall und erhöht den Leitzins auf 17 Prozent. Doch die Wirkung verpufft schnell. Der Rubel rutscht schon wieder ab. Ein Euro kostet mehr als 90 Rubel.
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Moskau/FrankfurtDer drastische Zinsschritt der russischen Notenbank droht zu verpuffen: Zwar sprang der Rubel zum US-Dollar am Dienstagmorgen zunächst um neun Prozent nach oben. Die Gewinne schmolzen aber schnell zusammen. Am Vormittag waren sie gänzlich dahin. Ein Dollar kostete zuletzt 73 Rubel. Auch zum Euro konnte der Rubel zunächst zulegen, brach dann jedoch wieder ein.

In der Nacht zum Dienstag hatte sich die Notenbank in einem überraschenden Schritt gegen den Rubelverfall und die hohe Inflation im Land gestemmt. Sie erhöhte ihren Leitzins um 6,5 Punkte auf 17 Prozent, um die Attraktivität der heimischen Währung zu steigern. Für die ohnehin angeschlagene Konjunktur Russlands ist der Zinssprung ein Schlag, weil höhere Zinsen den privaten Verbrauch und die Investitionen der Unternehmen zusätzlich belasten dürften.

Seit Jahresbeginn hat der Rubel mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Wichtigste Gründe sind die Wirtschaftssanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise und der Verfall der Rohölpreise. Seit dem Sommer sind die Ölpreise um fast 50 Prozent eingebrochen. Die Wirtschaft und der Staatshaushalt Russlands sind auf hohe Einnahmen aus dem Ölexport angewiesen.

Ein fallender Rubel könnte die Inflation in Russland auf eine gefährlich hohe Stufe treiben. Die russische Regierung hatte kürzlich ihren ökonomischen Ausblick für das kommende Jahr herabgestuft. Es wurde vorhergesagt, dass die Wirtschaft des Landes in die Rezession sinken wird.

Der immense Schritt der russischen Zentralbank zeigt das Ausmaß der wirtschaftlichen Risiken, denen sich Moskau derzeit stellen muss. Er spiegelt die Furcht davor wider, der Rubel könnte weiter sinken und eine Panik unter den Verbrauchern mit einem Ansturm auf die Banken auslösen. Dies würde die ökonomischen Probleme Russlands weiter verschärfen.

Durch das Anheben der Zinssätze hofft die Bank darauf, dass es Investoren wieder lukrativer finden werden, ihr Geld in Russland zu belassen. „Sie tun es als Köder, um die Leute zu ermutigen, ihre Rubel zu Hause zu lassen anstatt weiterhin aus der Währung und dem Land zu fliehen“, sagte der Ökonom des University of California, Barry Eichengreen. Dies sei ein Versuch, Zeit zu gewinnen. „Es löst keines der eigentlichen Probleme, die die russische Wirtschaft hat“, sagte Eichengreen.

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  • @ Herr Peter Petersen

    >> Dann haben Sie aber das Prinzip von Wirtschaft im heutigen Sinnen nicht so recht verstanden.>>

    Sie sprechen von Anomalien in einer Wirtschaft.

    Damit haben Sie natürlich Recht. Ich sprach vom Normalfall bei Wirtschaftsbeziehungen.

    Wenn eine Wirtschaft wechselseitig funktioniert ( und schafft schon mal ganz simpel ausgedrückt Arbeitsplätze ), so haben wir dann eine Win-Win-Situation.

  • Es ist ein Nebenschauplatz der eigentliche US-Feind ist China deshalb auch die diversen Freihandelsabkommen immer unter Ausschluss von China.

  • Panik in Russland
    ----------------
    Obwohl die russische Nationalbank den Leitzins auf 17 Prozent erhöht hat, fällt der Rubelkurs nach einem kurzen Hoch ins Bodenlose. Ein Euro kostet bereits 100 Rubel.
    Der Rubelkurs befindet sich im freien Fall: Die russische Währung verlor bis zum Nachmittag um 20 Prozent an Wert. Erstmals mussten 80 Rubel für einen Dollar und 100 Rubel für einen Euro gezahlt werden. Seit Jahresbeginn büßte der Rubel damit fast 60 Prozent seines Wertes ein.

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