Russland
Rubel fällt – Zentralbank wartet ab

Mit dem sinkenden Ölpreis gerät auch der Rubel weiter unter Druck – und heizt so die Inflation in Russland an. Die russische Zentralbank geht jedoch davon aus, dass die Teuerung bald nachlässt.

MoskauFür den Rubel geht es weiter nach unten: Die russische Währung verlor zum Dollar 0,9 Prozent und landete damit auf einem Wert von 69,80. Insgesamt ist der Wechselkurs in diesem Monat um 4,7 Prozent gefallen. Das hängt vor allem mit dem niedrigen Preis des Brent-Rohöls zusammen, der mit 39 Dollar auf den niedrigsten Stand seit 2008 gefallen war. Der schwache Rubel könnte die Inflation in dem Land weiter antreiben. Zuletzt diese bereits bei 14,8 Prozent.

Die russische Zentralbank hat jedoch angekündigt, ihren Leitzins unverändert zu lassen. Erst wenn die Inflation abebben sollte, stellten die Währungshüter in Aussicht, die Lockerung der Geldpolitik wieder fortzusetzen. Sobald es dazu komme, werde man in einer der nächsten Sitzungen die Zinsen weiter senken, sagte Zentralbankchefin Elvira Nabiullina.

Von Anfang bis Mitte des Jahres hatte die Bank ihren Leitzins kräftig auf elf von 17 Prozent gesenkt, um der schwächelnden Wirtschaft in der Rezession unter die Arme zu greifen. Seit Juli haben die Notenbanker eine Pause eingelegt. „Die Verlangsamung der Verbraucherpreise vollzog sich etwas langsamer als erwartet“, teilte die Bank mit.

Die russische Zentralbank geht davon aus, dass die Jahresteuerung Ende 2016 auf sechs Prozent sinkt und 2017 die Zielmarke von vier Prozent erreicht. Die russische Wirtschaft leidet neben dem Ölpreis-Verfall unter den Sanktionen des Westens im Zuge des Ukraine-Konflikts.

Die Notenbank rechnet damit, dass die Wirtschaftsleistung im nächsten Jahr um 0,5 bis ein Prozent schrumpft. Erst 2017 werde es wieder ein Wachstum zwischen 0 und ein Prozent geben.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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